Freitag, 26. Juli 2013

Muslim humour

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- 18. Ramadan - 

Who said Muslims can't take a joke?! Next time someone tells you in that slightly patronising tone that humour and religion just don't go well together, refer them to this:

Creepy Akhis, you know who you are

Community problems

Muslim Girl Problems

A daily jihad

I graduated from the College of Bidah and Technology

Muslims put the pro in protest

Marital strife, halaalified

Donnerstag, 25. Juli 2013

Der sechste Tag von Ramadan

- 17. Ramadan -

19-stündige Fastentage, Sommerhitze, kurze Nächte

Den sechsten Tag von Ramadan gehe ich langsam an. Ich arbeite von zu Hause und kann mir einteilen, wann ich am Computer sitze. Oder die Texte, die ich bearbeite, gleich ausgedruckt mit in den Park nehmen. Den sechsten Tag von Ramadan gehe ich langsam an und schlafe aus. Was ein Luxus!, wenn ich daran denke, dass ein Großteil meiner muslimischen Freunde und Bekannten hier in Europa und den USA trotz bis zu 19-stündiger Fastentage, Sommerhitze und kurzer Nächte jeden Morgen wie gewöhnlich aufsteht und den ganzen Tag auf der Arbeit verbringt. Den sechsten Tag des Ramadan gehe ich langsam an und verbringe das erste Drittel des Tages zu Hause.

Cousin zu Besuch

Am frühen Nachmittag machen wir uns auf den Weg zu einem Restaurant in einem Vorort von [der Stadt, in der ich in Deutschland lebe]. Mein Cousin, der in den letzten Jahren in Japan, Schweden und [der Stadt in Deutschland, in der er studiert] unterwegs war, ist zu Besuch und will uns sehen. Als ich meinem Onkel am Abend davor am Telefon vorsichtig erkläre, dass wir sehr gerne kommen, ich aber (Ramadan!) nichts essen (nee, trinken auch nicht) werde, lacht er nur laut auf und meint: "Also, so lange ich was bekomme, ist es mir herzlich egal, ob du isst oder nicht." 

Familientreffen im Biergarten

Das Resto in dem wir uns treffen, ist eine traditionelle deutsche Gaststätte. Hirschbraten gibt es, Schnitzel und Lachs mit Soße. Wir sitzen im Biergarten unter alten Kastanien, der Schatten tut gut, und ich bin noch nicht mal die einzige, die nichts isst, da Brigitte, eine Freundin der Familie auch dabei ist, und nichts bestellt, weil sie vorher schon gegessen hat. Fast fällt mir das Fasten heute leichter, weil ich inmitten von politischen Diskussionen, Familiengeschichten und Fotos herzeigen gar nicht daran denke, dass ich nicht esse. Drei Stunden verbringen wir im Schatten der Kastanien, bis um acht, als ich schnell los muss, um zur nächsten Verabredung zu kommen.

Jordanisch-tunesisch-iranisch-deutsches christlich-muslimisches Fastenbrechen

Am Abend bin ich zum Fastenbrechen verabredet, mit Malika und Rouba. Nur Rouba hat auch gefastet, sie ist halb Jordanierin, halb Tunesierin, und deutsche Muslimin. Malika ist Christin aus dem Iran. Eigentlich sollte auch Ada noch kommen, die jüdisch ist, dann wäre unsere interreligiöse Iftar-Gruppe perfekt gewesen. In einem türkischen Restaurant haben wir uns verabredet, als ich komme, sind die anderen beiden noch nicht da. Auf einigen der Tischen stehen auf kleinen weißen Porzellantellern Datteln zum Fastenbrechen bereit und neben Gästen, die fröhlich Adana-Spieß und vegetarische Dürüm verputzen, sitzen auch einige Gäste noch wartend vor ihren Tellern. 

Rote Linsensuppe, gegrilltes Fladenbrot, gefüllte Weinblätter

Bis zum Fastenbrechen ist es nicht mehr lange und als einer der extrem höflichen türkischen Kellner an meinen Tisch kommt, bestelle ich doch schon einmal. Getränke und türkische Linsensuppe. "Zum Fastenbrechen?" - "Ja, bitte". Darüber, dass er mich zunächst auf Türkisch angesprochen hatte, lache ich später mit den Mädels. Kaum etwas später sind die beiden nämlich schon da, Malika hat für das Lieschen halal Gummibärchen mitgebracht, von Haribo, ist sie beim Türken um die Ecke drauf gestoßen. Und dann ist es auch schon Zeit zum Fastenbrechen (ja? bei dir auch? sicher?) und es gibt rote Linsensuppe, gegrilltes Fladenbrot, Adana-Spieß, Pommes Frites und gefüllte Weinblätter in Yoghurt.

Laue Sommer-Ramadan-Nacht

Am Tisch nebenan hauen drei türkische Teenies ordentlich rein, und auf der anderen Seite sitzt eine amerikanische Touri-Familie. Ich muss lächeln, als ich daran denke, dass es für sie eine ganz normale Sommernacht ist, und nicht wie für uns eine, die siebte, Nacht von Ramadan. Nach dem Essen bringe ich noch die Mädels zur Bahn, sie müssen wieder früh raus morgen, und laufe durch die laue Nacht zurück. Bald schon bin ich zu Hause, wo das Lieschen schon schläft.
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Samstag, 20. Juli 2013

Perceptions

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- 12. Ramadan -

Or: the awkward moment when you're watching your daughter and niece on the playground ... your niece (who is as blonde as 90% of your family members were as children) falls and hurts her knee ... a group of worried mothers gather around her and help her look for mummy ... you come walking towards them ... and they look through you as if you were not there until you stand right in front of the little one and them: "Oh, does she belong to YOU?!" ... because yeah, there is no way, a blonde little girl and a woman wearing hijab are related in any way...

Montag, 15. Juli 2013

Hand in Hand

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 - 7. Ramadan - 
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Muslims rallying to save a historic synagogue, a Jewish neighbourhood watch group guarding a Muslim site of worship - that's the UK I love!

"To each among you, We have prescribed a law and a clear way. If Allah willed, He would have made you one nation, but that (He) may test you in what He has given you; so strive as in a race in good deeds. The return of you (all) is to Allah; then He will inform you about that in which you used to differ" (Qur'an 5: 48)

Sonntag, 14. Juli 2013

Ramadan global

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 - 6. Ramadan - 
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Bilder, die zeigen, wie Muslime auf der ganzen Welt Ramadan begehen, beten, fasten und feiern findet man jedes Jahr wieder in "westlichen" Zeitungen. Und jedes Mal bin ich wieder fasziniert. Wie oft wird doch davon ausgegangen, dass Muslime weltweit doch irgendwie alle gleich seien - schließlich teilen sie die Religion.

Virtuelle Reise um die Welt

Wie oft vergessen wir, dass der Islam keineswegs nur in der Türkei, dem Iran und arabischen Staaten verbreitet ist, sondern fast überall auf der Welt Muslime leben und ihre Religion praktizieren - auf oft ganz unterschiedliche Art und Weise. Indonesien, Pakistan, Dubai, Frankreich, Serbien, Jemen, Palästina, Türkei - diese Bilderserie nimmt mit auf eine Reise um die Welt.

Vertraute Bilder

Beim Durchsehen der Bilder kam mir vieles vertraut vor, hatte ich doch in einigen der gezeigten Länder selbst schon Ramadan verbracht. Ein Text ist mir wieder eingefallen, den ich vor zwei Jahren für Muslime Helfen geschrieben habe - zu genau dem Thema, nämlich wie in Ländern rund um die Welt, all den Ländern, in denen ich in den letzten Jahren Ramadan verbracht habe, gefastet und gefeiert wird.

Ramadan in Paris, Bulgarien, London, Palästina, Indien...

Wie also feiert man Ramadan in ... Westdeutschland, Bulgarien, Ostdeutschland, Paris, Palästina, Indien, Pakistan, London? Hier geht es zu meinem in drei (eins, zwei, drei) Teilen veröffentlichten Text auf der Webseite von Muslime Helfen!

Samstag, 13. Juli 2013

Der vierte Tag von Ramadan

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- 5. Ramadan -
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Der vierte Tag von Ramadan (oder der dritte, je nach Zählung) war ein Freitag. Valentina kam schon mittags bei uns vorbei, sie hatte diesen Nachmittag einen Termin und wollte deshalb ihre Tochter Anissah bei uns lassen. Mit dem kleinen Lieschen an der einen Hand und Klein-Anissah an der anderen machte ich mich, nach einem Kurzstopp im Supermarkt, um Wasser und Aprikosen zu kaufen, auf den Weg in die Moschee. 

Ramadan-Bastelprogamm

Dort hatten wir diesen Nachmittag Ramadan-Basteln geplant. Sieben Kinder und drei Mamas waren da. Das Programm bestand aus Ramadan-Laternen basteln, kleine Moscheen ausmalen, einem Laufspiel - und am Ende hat Jill, die Mutter von Hussein, Ayah und Sarah noch eine Geschichte vorgelesen: die vom kleinen Hamster Hilali, der auszieht und vom Teilen im Monat Ramadan lernt. Zwischendurch gab es Obst für die Kinder, Sesamstangen und Vollkorncracker.

Kommen und Gehen in der Moschee

Als wir fertig sind, ist es schon Zeit für das Nachmittagsgebet. Wir gehen runter in die Moschee, wo wir auch den Rest des Nachmittags verbringen. Wenn sich die Moschee zu den Gebetszeiten füllt, verlassen die meisten Besucher sie schnell danach wieder. Es ist lange her, dass ich so lange in der Moschee verbracht und das Kommen und Gehen mitbekommen habe. 

Lässig hochgeschlagener Niqab

In einer Ecke sitzt eine Frau mit lässig hochgeschlagenem Niqab, die aussieht, als käme sie ursprünglich aus Südostasien. Ihre Tochter ist Schwarze und spielt mit einem der Kinder des Imams, die halb Deutsche, halb Ägypterin ist. Mitten im Raum sitzen zwei oder drei marokkanische Mädchen und auch die zwei älteren Frauen, die in einer Ecke sitzen und Qur'an lesen, kommen ursprünglich aus Marokko.

Das Abendgebet nähert sich

Mit der einen komme ich ins Gespräch, sie spricht gut Deutsch, noch besser Französisch und ein bisschen Englisch auch. Das habe sie damals in Marokko auf dem Gymnasium gelernt, erklärt sie, und fragt das Lieschen gleich auf Englisch, wie alt sie denn sei. Je näher wir dem Abendgebet und damit dem Fastenbrechen kommen, desto voller wird die Moschee wieder. 

Es ist schön, hier zu sein

Ich sehe alte Freunde wieder, die ich seit 10 Jahren kenne, aber immer nur hier (und auch das nur alle paar Jahre) sehe. Es ist schön, hier zu sein. Ich erinnere mich, wie ich früher zeitweise gar nicht mehr in die Moschee gehen wollte, weil sich die unschönen Erlebnisse einfach angehäuft haben. 

At peace mit Gott, sich selbst und der Welt

Heute, alhamdulillah, läuft alles bestens. Zwar kriege ich tatsächlich mindestens einen Kommentar ab, der meiner Meinung in einer Moschee in diesem Ton vollkommen fehl am Platz ist - aber alhamdulillah, es ist mir vollkommen wurscht. Ich bin so at peace mit Gott, mir und der Welt, dass ich lächeln und weitermachen kann. Ich sehe, wie unzufrieden die Person, die diesen Kommentar bringt, ist, wie unzufrieden mit sich selbst und der Welt, und ich kann ihr gar nicht böse sein - sie tut mir Leid. 

Frieden in sich selbst tragen

Und zwar nicht auf die herablassende, arrogante, ich-bin-doch-sowieso-besser-als-du-Art, sondern auf eine herzliche, liebevolle Art. Es ist wunderschön, dass so erleben zu können. Es spielt keine Rolle, wie die anderen sind und in welcher Situation du dich befindest. So lange du glücklich, selbstbewusst, zuversichtlich bist und Frieden in dir trägst, kann dir keiner was. Das kann dir keiner wegnehmen.

Fastenbrechen: Wasser, Milch und Datteln

Und plötzlich ist es schon Zeit für das Abendgebet, plötzlich hören wir schon den Athan und es werden Becher mit Wasser oder Milch und Datten herumgereicht. Danach beten wir zusammen. Ein paar Meter weiter, in der gleichen Reihe wie ich, betet die junge Frau, die zum Gebet kein Kopftuch trägt. Wie in den meisten Moscheen gibt es auch hier Essen, das kostenfrei an alle Anwesenden verteilt wird. Wir versammeln uns in einem der Räume der Moschee, wo Plastikplane auf den Teppichen ausgelegt wurde. 

Syrisch, marokkanisch, somalisch, kanadisch...

Da ist die Frau aus Syrien, die kaum Deutsch spricht; das deutsch-marokkanische Mädchen, das beim Auftischen hilft und erst ganz am Ende selber isst; das deutsch-türkische Mädchen, das so helle Augen und Haut hat, dass sie - wie sie erzählt - oft selbst von Türken für eine deutsche Deutsche gehalten wird; die somalische Frau aus Toronto, die nur zu Besuch hier ist und nur Englisch und Somali spricht. 

...deutsch, türkisch

Auf der anderen Seite des Raum sitzt eine Frau, die so verdächtig helle Augen und Haut hat, dass ich mir sicher bin, sie ist wirklich Deutsche. Das kleine blonde Mädchen, dass sie begleitet, scheint das zu bestätigen. Neben mir sitzt ein türkisches Mädchen aus einer alevitischen Familie, die vor einiger Zeit zum sunnitischen Islam konvertiert ist und davon erzählt, wie es ist, zu Hause ganz alleine zu fasten und zu beten.

Harira mit Baguette, Couscous mit Kichererbsen

Nach Harira mit Baguette, Salat mit Yoghurtsauce, Couscous mit Kichererbsen, Karotten und gebratenem Huhn, nach fast einer Stunde, die wir gemeinsam dort saßen, auf der Plastikplane auf dem Teppich, ist es Zeit für das nächste Gebet. Langsam leert sich der Raum, in dem wir aßen, man hört von oben die Stimme des Imams, der das Gebet begonnen hat, und aufgeräumt ist unten schnell. 

Laue Sommernacht

Der Mann in der Küche spricht nur Englisch und ich frage mich, woher er kommt. Elf ist es, als ich mich mit dem Lieschen auf den Weg mache, zum Gebet bleiben wir nicht, das würde mit Kind zu spät, und so laufen wir durch eine laue Sommernacht zurück nach Hause.

Donnerstag, 11. Juli 2013

On Marrying a Woman with a Past

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 - 3. Ramadan -
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"She's not damaged goods - we have damaged standards." 

Excellent article on Muslim Matters on the taboo that marrying a woman who was in a relationship before remains for many Muslims. (Also read the comments section where a couple of important questions that were not explained in detail in the article are addressed).

Dienstag, 9. Juli 2013

Montag, 8. Juli 2013

Das Leichtere

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Aishah (radi Allahu anha): “Whenever the Prophet (sal Allahu alaihi wa sallam) was given a choice between two matters, he would (always) choose the easier as long as it was not sinful to do so." (Sahih Bukhari, Muslim)

Aisha (r.a.) sagte: „Wann immer der Prophet (saw) die Wahl zwischen zwei Dingen hatte, wählte er das leichtere, es sei denn dies wäre eine sündhafte Handlung." (Sahih Bukhari, Muslim).

Freitag, 5. Juli 2013

Studienfahrt: Geteilte Städte und Regionen

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"Tschechisches Toáín, polnisches Cieszyn, 
Teschener Schlesien 
Exkursion vom 12. bis 15. September 2013 
für Studierende, junge Berufstätige und Multiplikatoren 

Vielschichtige Erinnerungslandschaft

Geteilte Städte wie Guben/Gubin oder Görlitz/Zgorzelec und Regionen wie die Lausitz und Schlesien dienen längst als Erinnerungsorte für die wechselvolle Geschichte Mitteleuropas. Doch nur einige Kilometer weiter südöstlich existiert mit dem habsburgisch geprägten, multiethnischen Teschener Schlesien ein eher vergessenes Gebiet, das nicht nur aufgrund seiner Teilung zwischen Polen und der Tschechoslowakei nach dem Ersten Weltkrieg als vielschichtige Erinnerungslandschaft zur Erkundung einlädt. 

Regionale Identitäten statt nationale Zuordnungen

Die Region, heute zumeist als Teschener Schlesien bezeichnet, war viele Jahrhunderte lang das Herzogtum Teschen mit der Hauptstadt Teschen (tschech. OEeáky Toáin, poln. Cieszyn). Hier prägten sich zahlreiche Besonderheiten aus: So hatten regionale Identitäten wie zschlonsakischoe viel stärkeres Gewicht als die nationalen Zuordnungen polnisch, tschechisch oder deutsch, und die sonst katholischen Polen bildeten eine protestantische Enklave, zeitweilig die einzige in den westlichen habsburgischen Ländern. 

 Preußen, Österreich, Polen, Tschechoslowakei

Nach der Teilung Schlesiens zwischen Preußen und Österreich verblieb das Herzogtum Teschen beim Habsburgerreich. Wegen der Kohlevorkommen und Transportwege war es nach dem Ersten Weltkrieg umstritten und wurde 1920 geteilt: Das benachbarte und für das Teschener Land wirtschaftlich entscheidende Kohlerevier um Ostrau (tschech. Ostrava, poln. Ostrawa) mit der Kaschau-Oderberger-Bahn kam an die Tschechoslowakei, an Polen der agrarisch geprägte östliche Teil mit der Stadt Bielsko-BiaÂa an der Grenze zu Galizien. Der Fluss Olsa (tschech. Oláe, poln. Olza) teilte Teschen in ein polnisches und ein tschechoslowakisches Stadtgebiet; bis heute führt die Grenze durch die Stadt. 

Auf den Spuren der Teilung

Inhaltliche Schwerpunkte der Studienreise In OEeáky Toáin/Cieszyn begeben wir uns auf Spuren der Teilung und erfahren, wie die Aufspaltung eines bis dahin intakten Stadtraumes in einen polnischen und einen tschechoslowakischen Teil vollzogen wurde. Wir lernen dabei auch den Nachbau des funktionalistischen Kaffeehauses Avion kennen, der als Symbol des multiethnischen Teschen an der Stadtbrücke über den Fluss wacht. In Cieszyn besuchen wir die Jesuskirche, die Mutterkirche der evangelischen Christen in Polen, die größte evangelische Kirche des Landes. Auch die jüdische Gemeinde der Stadt war bedeutend, wovon noch heute ihr Friedhof im polnischen Teil der Stadt zeugt. Unseren Aufenthalt in Teschen rundet ein Treffen mit der polnischen Minderheit in der Tschechischen Republik ab. 
 
Ehemaliger Konfliktherd

Nach Ostrava fahren wir über Bohumín (deutsch Oderberg) auf den Gleisen der geschichtsträchtigen Kaschau-Oderberger-Bahn. Sie verband das Kohle- und Industrierevier um Karviná und Ostrava mit der damals oberungarischen Stadt Kaschau (slowak. Koáice) in der heutigen Ostslowakei und war zusammen mit den Kohlevorkommen Konfliktherd zwischen Polen und der Tschechoslowakei. Wir besuchen eine der ehemaligen Hütten, von denen einige für die Weltkulturerbeliste der UNESCO vorgeschlagen sind. 

Verbliebene deutsche Minderheit in der Region

Im polnischen Teil des Gebiets beschäftigen wir uns in Bielsko-BiaÂa (deutsch Bielitz) mit der verbliebenen deutschen Minderheit in der Region. Die Stadt stellte bis zum Zweiten Weltkrieg eine deutsche Sprachinsel dar, die Deutsche Gesellschaftlich-Kulturelle Vereinigung Beskidenland widmet sich heute der Pflege der deutschen Sprache und Kultur. Wir beschließen unsere Exkursion in den Beskiden, dem westlichen Ausläufer der Karpaten, und lassen unsere Erlebnisse am Lagerfeuer ausklingen. 

Teilnahme und Vorbereitung 

¢ Die Exkursion richtet sich an Studierende, junge Berufstätige, Multiplikatoren, vor allem aus D, CZ, PL, mit Interesse für eine vergessene, multiethnische Kulturregion. 
¢ Exkursionssprache: deutsch, Polnisch- und Tschechischkenntnisse willkommen 
¢ Teilnehmerzahl: 20, Teilnahmegebühr: 40 ¬ 
¢ Die TeilnehmerInnen der Studienreise erhalten einen Reader und erarbeiten sich im Vorfeld einzelne Stationen, die sie vor Ort präsentieren. 

Leistungen 

¢ Hin-/Rückreise, 3 Übernachtungen, Verpflegung vor Ort (Frühstück, Mittag- und Abendessen) 
¢ Führungen u. Gespräche m. verschiedenen Experten 
¢ Arbeitsmaterialien (Reader, gesonderte Literatur) 

Anmeldung 

Bitte kurzen Lebenslauf mit knapper Begründung des Interesses bis zum 25.8.2013 senden an: Ariane Afsari, E-Mail: afsari@kulturforum.info, Tel. 0331/2009838


Ariane Afsari
Fachreferate Verlag
Kulturelle Bildung Deutsches Kulturforum östliches Europa 
Berliner Straße 135
Haus K1 
14467 Potsdam 
 
 Tel. +49 (0)331 20098-38 
Fax +49 (0)331 20098-50  
afsari@kulturforum.info  
www.kulturforum.info"

Donnerstag, 4. Juli 2013

Gut verkleidet

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Oder: Der Zwischenfall

Es ist ein warmer Sommerabend, die Hitze, die uns den ganzen Tag geplagt hat, ist immer noch nicht ganz verschwunden. Bald wird die Sonne untergehen und wir hoffen, dass die Temperaturen wenigstens dann etwas erträglicher werden. Ich hoffe das, weil mir trotz Leinen- und Baumwollkleidern (in den ungefähr 10 Jahren, die schon Hijab trage, habe ich gelernt, Hitzefreundlichkeit und Hijabtauglichkeit mehr oder weniger unter einen Hut zu bekommen) bestimmt zwei, drei Grad heißer ist als den meisten anderen hier.

Jung, schlau, was gesehen von der Welt

Ein warmer Sommerabend, wir drängen uns auf der Dachterrasse des Büros der Organisation, die uns heute Abend zum Empfang eingeladen hat. Wir, das ist eine Gruppe von Dutzenden Stipendiaten, die ein Förderprogramm durchlaufen haben. Man ist jung, schlau und hat was gesehen von der Welt. Heute Abend gibt es Sekt und Saft, Fingerhäppchen, nette Gespräche, Wiedersehensfreude. Dann werden wir zusammengerufen. Der Leiter der Organisation möchte eine Rede halten.

Im weißen Hemd, ein Glas Sekt in der Hand

Er erzählt von den Anfängen des Programms, der Namensgebung, den Zielen und Ergebnissen. Es ist immer noch verdammt heiß, auch ihm, wie er da steht in seinem inzwischen doch ziemlich zerknitterten Hemd - wenigstens trägt er kein Sakko - bei der Hitze! Er ist eloquent und weiß sich auszudrücken, ist voll bei der Sache, vielleicht hat er auch schon ein Glas Sekt intus, ich stehe nicht weit von ihm zwischen den anderen Stipendiaten.

Immer mehr Leute mit Migrationshintergrund

Er spricht davon, wie sich die Reichweite des Programms erweitert hat, er begrüße das sehr, so hätten in den letzten Jahren doch zum Beispiel auch immer mehr Leute mit Migrationshintergrund teilgenommen. Er schaut mich an. Ich denke: "Nein!". Er öffnet den Mund. Ich bete, dass er es nicht tut. Aber natürlich kommt als nächstes: "Wie Sie zum Beispiel. Sie haben doch auch einen Migrationshintergrund?" Nein. Perplex bin ich, so baff, dass er das tatsächlich gesagt hat, dass ich nur vehement den Kopf schütteln kann. Nein. Ich habe keinen Migrationshintergrund

Gut verkleidet

Er schaut irritiert, ein kurzes Lachen: "Na, da haben Sie sich aber gut verkleidet!" 

"Oh scheiße. Oh scheiße!"

Mir fallen fast die Augen aus dem Kopf. Was hat er gerade gesagt? Zum Glück ist da Firas, der tatsächlich einen Migrationshintergrund hat, vier oder fünf Leute weiter steht, solche Sprüche auch schon kennt, und - laut loslacht. Firas` schallendes Gelächter war genau, was ich brauchte in dem Moment. Ich konnte immer noch nichts sagen. Wie eine weitere leitende Mitarbeiterin der Organisation, die neben dem Leiter stand, halblaut "Oh scheiße. Oh scheiße!" murmelte, bekam ich nicht mit. Irgendwie ging es weiter, die Rede zu Ende und der Halbkreis um den Sprechenden löste sich auf. Ich war immer noch vollkommen perplex.

Hat er das wirklich gerade so gesagt?!

Der Abend ging noch weiter, es kühlte ab, und wir hatten, der Moment, in dem sich keiner so richtig sicher war, ob der das eben gerade tatsächlich so gesagt hatte, war vorbei - und wurde abgelöst - von Gelächter.

Vollkommen daneben

Aber wie vollkommen daneben ein solcher Kommentar von einem leitenden Vertreter einer führenden Organisation in Deutschland auf einer offiziellen Veranstaltung war, wurde mir erst später bewusst, als ich mir vorstellte, das Gespräch wäre so verlaufen:

Leiter freut sich, dass in der Zwischenzeit so viele unterschiedliche Leute von der Organisation erreicht werden und am Programm teilnehmen --- ganz toll --- in der Zwischenzeit ja sogar auch Homosexuelle! --- wie Sie, zum Beispiel, Sie sind doch homoxuell, oder? --- nein? Da haben Sie sich aber gut verkleidet! Ha ha ha...

Oder:

Leiter begrüßt die wachsende Diversität der Gruppe der Stipendiaten --- mittlerweise ja junge Leute aller möglichen unterschiedlichen religiösen Gruppen --- sehr erfreut darüber, dass dieses Jahr auch besonders viele jüdische Stipendiaten mit dabei --- wie Sie, zum Beispiel, Sie sind doch auch jüdisch, oder? --- nein? Da haben Sie sich aber gut verkleidet, Mensch! Aber die Hakennase, die ist doch echt...?!

Deutschland, Mitte 2000er, we still have a long way to go...

Mittwoch, 3. Juli 2013

Ramadankalender

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Bastelanleitung in 6 Schritten
How to make a Ramadan calendar in 6 steps

Schritt 1 || Step 1

- - - Schneide 15 Briefumschläge in der Mitte durch (oder nimm gleich 30 Miniumschläge).
- - - Mache in jeden der 30 Umschläge zwei Löcher.
- - - Zeichne Zahlen von 1 bis 30 (und was dir sonst noch in den Sinn kommt) auf die Umschläge.
- - - Lass dein Kind die Umschläge anmalen.
- - - Schreibe "Ramadan" (oder was dir sonst gefällt) auf ein Blatt Papier.
- - - Lass dein Kind das Papier anmalen.

- - - Cut 15 envelopes into halves (or use 30 mini envelopes).
- - - Punch two holes into each one of 30 envelopes.
- - - Draw numbers from 1 - 30 (and whatever else you like) onto envelopes.
- - - Let your child colour the envelopes.
- - - Write "Ramadan" (or whatever else you like) on a piece of paper.
- - - Let your child colour it.
 
  
 


Schritt 2 || Step 2

- - - Bereite 30 kleine Papiere vor, auf die du jeweils einen islamischen Ausdruck schreibst (so wie zum Beispiel Moschee, Gebetsteppich, Islam, Liebe, Mitgefühl, helfen usw.).
- - - Die Idee dahinter ist, dass in jeden der kleinen Umschläge eines der Papiere kommt, so dass man dann im Ramadan jeden Tag über einen anderen Aspekt des Islams sprechen kann (wähle die Wörter entsprechend dem Alter / Wissensstand deines Kindes aus - ich wollte erst "iman" auf einen der Zettel schreiben ... bis mir klar wurde, dass ich keinen blassen Schimmer hatte, wie ich das meiner x Jahre alten Tochter erklären sollte).

- - - Prepare 30 little pieces of paper, each one with an Islamic term on it (such as mosque, prayer rug, Islam, love, compassion, helping others etc.).
- - - The idea is to put one of these into each little envelopes so that every day, you can talk about some other aspect of Islam (chose words according to your child's level of knowledge and age - I was going to put "iman" on one of them ... until I realised I had no idea to explain its meaning to my x year old).



Schritt 3 || Step 3

- - - Fädel etwas Geschenkbank durch die Löcher in den Umschlägen.

- - - Run some ribbon through the holes you punched into the envelopes before.


Schritt 4 || Step 4

- - - Häng die erste Reihe von Umschlägen an die Wand / eine Tür (ich hab das Geschenkband einfach mit Tesa festgeklebt).

- - - Start putting the first line on the wall / a door (I just fixed it with scotch tape).


Schritt 5 || Step 5

- - - Häng die anderen Reihen und das Ramadan-Papier dazu.

- - - Put the others, too, and the Ramadan header.




 Schritt 6 || Step 6

- - - In jeden Umschlag kommt ein kleines Papier mit einem der islamischen Begriffe.
- - - Ich habe mit "Ramadan" begonnen und dann darauf geachtet, zwischen Wörtern, die meine Tochter schon kennt und solchen, die ihr noch unbekannt sind, zu wechseln (um ihre Frustration möglichst gering zu halten... :P ).
- - - Wenn du willst, kannst du außerdem in die Umschläge ein kleines Stück Schokolade oder andere Süßigkeiten, Nüsse, Rosinen, Haarklammern, Buntstifte, Spielzeugautos, einen Hadith oder eine Ayah usw... packen.

- - - Put the little pieces of paper with Islam-related terms into the envelopes.
- - - I started with "Ramadan" and made sure to alternate between words my daughter knows and those she doesn't know yet (to keep her frustration to a minimum... :P ).
- - - If you want, you can also put into the envelopes little pieces of chocolates or other sweets, nuts, raisins, hair clips, crayons, toy cars, a hadith or ayah etc...


Dienstag, 2. Juli 2013

One more week

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With Ramadhan fast approaching, London's shopkeepers, too, have started their preparations:

"Ramadan Mubarak. While stocks last."


"Quit tobacco before Ramadan." (They even have separate hotlines to call for men and women... That's what I call cultural sensitivity! :P)


As seen in Stratford and Whitechapel, June 2013.
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Montag, 1. Juli 2013

It could have been any of us

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A 31 year old mother stabbed to death in front of her three year old son.
A child who dies in his mother's womb before he is born.
A husband shot by security guards arriving at the scene who thought he, the Arab, was the attacker.
A court room which becomes the site of a heinous crime (when did they wash away the pool of blood?).
A media landscape which, in the aftermath of the killing, keeps on reporting about a "tragic incident" without mentioning the anti-Islamic, xenophobic elements of the attack (because Islamophobia doesn't exit).
A chancellor who ignores the murder for a week, then offers her condolences to the President of Egypt, and the family of the murdered, without addressing the Muslims of Germany, too (because clearly, we were not concerned at all). 


7 October 1977 - 1 July 2009


We will never forget