Montag, 30. Mai 2011

Marcel Khalife

Marcel Khalife: Jawaz al-Safar (Passport)



Der libanesische Musiker Marcel Khalife singt Jawaz al-Safar, eines der Gedichte von Mahmud Darwisch, der so eine Art Nationaldichter der Palästinenser ist.

Sonntag, 29. Mai 2011

Entertainer

Letztens auf dem Spielplatz. Das Lieschen spielt selig im Sandkasten, Schippe und Eimer haben wir zwar nicht dabei, aber sie findet ein paar verlassene Förmchen im Sand und fängt an zu buddeln. Ich setze mich daneben und packe mein Buch aus. Spielplatz und U-Bahn sind einige der wenigen Orte, an denen ich zurzeit zum Lesen (wissenschaftliche Fachliteratur ausgenommen, das zählt nicht) komme. Nach einer Weile hat das Lieschen genug vom Spielen im Sand, legt die Förmchen zur Seite und rennt Richtung Karussell. Als ich sie aus dem Blickfeld verliere, packe ich mein Buch zusammen und mache mich nach einem neuen Sitzplatz auf die Suche. Nicht weit vom Karussell werde ich fündig.

Auf dem Karussell

Außer dem Lieschen spielen noch fünf oder sechs andere Kinder auf dem Karussell. Und ein Vater. Der steht neben den Kindern, von denen zwei oder drei seine zu sein scheinen, und brüllt seine Kommentare über den Spielplatz: "Nein, stopp, hey, was machst du da? Nicht so schnell, da sind doch kleine Kinder! Ja, genau so! Cara, was machst du da? Bleib sitzen, da kannst du dir richtig weh tun! Bleib sitzen, hab ich dir gesagt! Sag mal, hörst du nicht? Ja, genau, so! Super! Das macht Spaß, ne? Na, soll ich euch noch mal anstoßen? Na klar, ihr wollt doch, dass ich euch anstoße!" Und das ohne Pause und abwechselnd auf Englisch und Italienisch. Ich konnte nicht mehr. Wenn ich auf den Spielplatz gehe, bin ich eigentlich immer ganz froh, wenn das Lieschen auf dem Sandkasten / Karussel / Klettergerüst verschwindet und ich mal eine freie Minute habe. Das scheint nicht allen so zu gehen.

"Nur Stress mit den Kindern"

Als ich dort fassungslos neben dem Karussell stand, ist mir die Frau eingefallen, die ich vor Monaten mal auf einem anderen Spielplatz getroffen hatte. Die hatte ähnlich jeden Schritt ihrer vier oder fünf Kinder auf dem Spielplatz brüllend kommentiert. "Nein, nicht da lang, Sarah, da kann ich dich nicht sehen! Komm wieder hierher Ahmad! Vorsicht, nicht so doll, schaukel doch nicht so doll! Wo ist eigentlich deine Jacke? Sag mal, du musst doch deine Jacke anziehen! Ist dir nicht kalt? Yunus, warte auf deinen Bruder, ihr könnt doch zusammen spielen! Du sollst auf ihn warten! Hörst du? War-ten!" Nach zwanzig Minuten war sie außer Atem, und das ohne sich auch nur einen Schritt bewegt zu haben. Völlig entnervt seufzte sie: "Ich kann nicht mehr, ich kann nicht mehr. Nur Stress mit den Kindern!"

Kulturübergreifend

Die Frau damals auf dem Spielplatz kam aus Somalia, nicht aus Italien wie der Mann dieses Mal. Es scheint sich bei den Spielplatzentertainern also um ein kulturübergreifendes Phänomen zu handeln, jedenfalls ist es hier in London weit verbreitet, ich treffe immer wieder solche Leute.

Donnerstag, 26. Mai 2011

Islamischer Feminismus

Protagonist/innen, Positionen, Perspektiven

"Der islamische Feminismus setzt sich seit den 90ern mit dem westlichen Feminismus einerseits und islamistischen Bewegungen andererseits auseinander. Er bezieht sich explizit sowohl auf internationale Menschenrechtskonventionen als auch auf islamisch-feministische Religions- und Rechtsinterpretationen und argumentiert, dass Menschenrechte und islamische Gerechtigkeitsvorstellungen sich gegenseitig ergaenzen. Damit unterminieren islamische Feminist/innen nicht nur patriarchalische und orientalisierende Islam-Interpretationen, sondern tragen auch zu einer Pluralisierung der Sprecherinnen und Sprecher ueber den Islam bei. Wir setzen uns mit ihren Positionen, Konzepten und Aktivitaeten auseinander und diskutieren sie." Mehr...

Seminar
1. - 3. Juli 2011, Bonn
Organisiert vom Verein zur Foerderung politischen Handelns e.V.

Mittwoch, 25. Mai 2011

Besuch aus Suedasien


Frohe Botschaft

Einmal im Jahr, im Sommer, wenn es in Suedasien besonders heiss ist, kommt der Grossvater fuer einige Zeit nach London. Seit Jahren schon bucht er irgendwann im Mai, Juni oder Juli einen Flug gen Grossbritannien. Wann genau er kommt, weiss man vorher nicht. "Ich habe gehoert, der Grossvater kaeme vielleicht bald nach London", erklaerte mir so Alimustafas Mutter Naima am Telefon. "Ehrlich? Oh super!", wollte ich schon anfangen, mich zu freuen, als Naima mich schmunzelnd unterbrach: "Aber du weisst, wie das mit ihm ist. Ob er wirklich kommt, dass weiss man erst, wenn er im Flieger sitzt".

London - Dubai - Welt

So warteten wir. Ein paar Tage spaeter erreichte uns dann die Nachricht, dass Yasin Uncle, des Grossvaters Sohn, in London sei. Das war er. Aber ob der Grossvater tatsaechlich kommen wuerde, konnte auch er uns nicht sagen. An dem Abend, an dem es hiess, Yasin haette einen Flug fuer den Grossvater gebucht, sind wir an den Flughafen gefahren. Yasin war nicht in Sicht, aber ein Flug aus Dubai war tatsaechlich angezeigt. Aus der automatischen Tuer, die den Sicherheitsbereich vom Rest des Terminals abtrennte, stroemten Menschen aus aller Welt in den Londoner Flughafen. Braun gebrannte Touristen, muede Geschaeftsleute, ein Schwarm Stewardessen mit Kaeptn im Schlepptau, alte Leute aus Indien, Pakistan, Bangladesch, den Emiraten, Thailand, Malaysia, die von ihren sich hinter den Sperrgittern draengenden Familien freudig erwartet wurden.

Yasin

Irgendwo in dem Getuemmel sind wir dann auch auf Yasin gestossen. Wir hatten ihn lange nicht mehr gesehen. Nach der Begruessung wollten Alimustafa und das Lieschen wieder zurueck zu zu den Sperrgittern vor dem Sicherheitsbereich, um bloss den Grossvater nicht zu verpassen, wenn er denn aus einer der Tueren, auf die sich alle Aufmerksamkeit konzentrierte, treten wuerde. Yasin und ich setzen uns auf eine der Baenke, die etwas weiter am Rand der Halle standen.

Schweigsam

Der Teil Alimustafas Familie um seinen Grossvater gilt als besonders schweigsam. Ich konnte mich noch gut daran erinnern, wie sie zu Hause bei ihnen in Suedasien oft stundenland schweigend gemeinsam im Wohnzimmer gesessen hatten: der Grossvater, Yasin Uncle, sein juengerer Bruder und Alimustafa. Und so sassen auch wir, Yasin Uncle und ich, nach dem ersten Austausch der wichtigsten Neuigkeiten, wie geht es dir, wie geht es mir, wie geht es der Familie, wie gefaellt es euch in London und was macht ihr sonst so, schweigend nebeneinander auf der Bank am Flughafen und warteten auf den Grossvater.

Montag, 23. Mai 2011

An die Damen und Herren Kommentatoren

Ihre Kommentare sind hier sehr erwuenscht. Sie duerfen hier gerne Ihren Senf dazugeben, meckern, applaudieren, fragen, kommentieren - wohlwollend, kritisch, meinetwegen auch zynisch. Eine Grenze ist dann ueberschritten, wenn Sie beginnen, auf abwertende Beleidigungen zurueckzugreifen oder die Grenzen des guten Geschmacks zu uebertreten.

Wo diese liegt, ist meistens sehr einfach herauszubekommen: Fragen Sie sich einfach, wie Sie selbst sich fuehlen wuerden, wenn jemand auf diese Weise ueber sie schreiben wuerden.

Wenn Ihnen das nicht passt, dann gibt es da draussen eine Menge anderer Blogs, auf denen Sie Ihre Kommentare loswerden koennen. Oder starten Sie selbst einen Blog. Ich komme dann gerne zum Meckern vorbei.

Gruss
von der Lieselotte

Donnerstag, 19. Mai 2011

Gregor

Oder: Am Golf von Aden

Gregor habe ich im Jemen kennen gelernt. Er hat dort als einer der wenigen (westlichen) Auslaender in einem international gesponsorten Projekt gearbeitet. Sein Team bestand ausschliesslich aus Arabern. "Du glaubst nicht, wie schnell ich hier fliessend Arabisch konnte", meinte er lachend. In Deutschland hatte Gregor Islamwissenschaften studiert, waehrend des Studiums und danach mehrere Praktika und Jobs in der arabischen Welt gemacht und sprach die Sprache so bei seiner Ankunft im Jemen ganz passabel.


Islamwissenschaften, vorher und danach

"Als ich in den 1990ern begonnen habe, Islamwissenschaften zu studieren", konnte das keiner verstehen. "'Ja, was willst du denn damit?' war so ziemlich die haeufigste Frage, die ich zu meinem Studienfach zu hoeren bekam", erklaerte er mir. "Nach dem 11. September 2001 war das ploetzlich anders. Da war das auf einmal kein Thema mehr: 'Ach, Islamwissenschaften studierst du? Ja ja, schon klar, verstehe.'"


Sana'a - Aden




Zum ersten Mal hatte ich Gregor in Sana'a, der Hauptstadt des Jemens getroffen. Sana'a liegt auf einem Hochplateau und kuehlt so selbst im Sommer abends immer wieder ab. So kann man mit den Temperaturen leben. Aden hingegen, wo ich Gregor das naechste Mal sah, liegt am Meer, am Golf von Aden, wo die Hitze und vor allem die Luftfeuchtigkeit unertraeglich ist. Er kam mir auf dem Anwesen seines Arbeitsgebers in langen Jeans, einem T-Shirt und barfuss entgegen geschlurft. Hier schien alles ein bisschen lockerer zu sein als in Sana'a, der Hauptstadt.




Ein Land, zwei Laender




Der Jemen war, aehnlich wie Deutschland, jahrzehntelang in zwei Republiken geteilt: die Jemenitische Arabische Republik im Norden, die Volksdemokratische Republik Jemen im Sueden. Waehrend der Norden traditionalistisch ausgerichtet war, ging es im Sueden sozialistisch zu: zwei vollkommen unterschiedliche Wege, die die beiden Landesteile eingingen.

Damals

Der Sueden kam im 19. Jahrhundert unter britischen Einfluss. Aden war einer der wichtigsten Hafen des Empires und Umschlagplatz fuer den Handel zwischen Indien und dem Mittelmeerraum, der ueber den neueroeffneten Suezkanal lief. In den 1930ern wurde Aden zur Kronkolonie erklaert, doch lange sollte es seinen besonderen Status nicht halten. Als 1967 im zuge des Sechstagekriegs der Suezkanal geschlossen wurde, hatte das drastische Auswirkungen auf die Stadt Aden, die fuer den internationalen Handel ploetzlich entbehrbar geworden war. Der Suezkanal wurde zwar Jahre spaeter fuer die internationale Schifffahrt wieder geoeffnet, da war Aden aus internationaler Sicht jedoch bereits ziemlich in der Bedeutungslosigkeit versunken.

Heute

Nach dem Abzug der Briten wurde der Suedjemen sozialistisch, mit allen Auswirkungen, die das auf eine Gesellschaft damals hatte. Noch heute gibt es im Sueden des Jemens, der im Vergleich mit den anderen arabischen Staaten als einer der traditionalistischsten gelten muss, Menschen, die mit Traditionen und vor allem Religion nur wenig am Hut haben, die eben in einem sozialistischen Land gross geworden sind. Im Stadtbild Adens wird das zum Beispiel daran deutlich, dass mehr Frauen als im konservativen Norden nur Hijab aber keinen Gesichtsschleier tragen.

Nicht weit von Afrika

Die Atmosphere in der einst so bedeutenden Stadt war eine ganz andere als in Sana'a. Die erschlagende Hitze und Luftfeuchtigkeit in Aden liessen alles langsamer und wie durch einen Schleier erscheinen. Alte, in der Zwischenzeit ziemlich heruntergekommende Kolonialbauten standen zwischen nicht ganz so alten, aber ebenso heruntergewirtschafteten Plattenbauten aus der Zeit des Sozialismus. Ich hatte staendig diesen Spruch vom "morbiden Charme" einer Stadt im Kopf. Dass Afrika nur einige Kilometer entfernt auf der anderen Seite des Golfs von Aden lag, war schon daran zu erkennen, dass viele der Menschen auf der Strasse dunkler waren als im groesstenteils arabischen Sana'a.

Kaum Auslaender

Es gab einige von Chinesen gefuehrte Restaurants, aber sonst kaum Auslaender in der Stadt, vor allem keine "Westler". In einem arabischen Restaurant sass einmal am Tisch neben uns eine Gruppe junger Palaestinenser, von denen manche ein Studium im Jemen finanziert bekommen. Beliebt sind die palaestinensischen Studenten im Jemen nicht, weil sie viel weniger traditionell als die meisten Jemeniten sind. Ich wusste damals schon, wie das Leben in einer palaestinensischen Stadt aussah und konnte mir vorstellen, wie fremd sich diese jungen Palaestinenser hier fuehlen mussten.

Rubina (01)

Oder: Einfach nur ein ganz normales Leben

An meiner Uni in London gibt es zwei Studentinnen mit Niqab. Eine davon ist Rubina aus London, sie ist 21. Ihre Eltern kamen vor Jahren aus [Land in Suedasien] nach Grossbritannien. Der Vater war Taxifahrer, die Mutter ist Hausfrau. Ihre Mutter hat sich fuer ihre Toechter immer gewuenscht, dass sie sich spaeter mal auf ihre Familie konzentrieren. Es war Rubinas Vater, der sie ermutigt hat, zu lernen, zu studieren.

Niqab

Rubinas Mutter traegt Niqab - aus kulturellen Gruenden, wie Rubina meint - und wuenschte sich das auch fuer ihre Tochter. Vollverschleierung? Fuer Rubina kam das nicht in Frage. Es war erst, als sie sich persoenlich mit den theologischen Gruenden, die hinter dem Schleiertragen stehen, auseinander setzte, dass sie eine Logik darin sah. "Es machte Sinn", meint Rubina. "Wenn es darum geht, dass man seine Schoenheit bedecken soll - das Schoenste an einem Menschen ist doch sein Gesicht". Von ihren Schwestern ist Rubina, die die Niqab immer abgelehnt hat, heute die einzige, die ihn traegt.

12 Jahre

"Ich habe dann mit 12 Jahren begonnen, Niqab zu tragen." Mit zwoelf?? "Ja, ich war schon immer sehr weit fuer mein Alter." Rubina ging damals auf eine Maedchenschule und hatte fast nur weibliche Lehrkraefte. Insofern blieb der Gesichtsschleier den groessten Teil des Tages nach hinten geschlagen. An der Schule war man "nicht begeistert" von Rubinas Entscheidung, "sie konnten aber nichts dagegen tun", wie Rubina mit einem Laecheln meint.

Abitur, Arbeit, Studium

Nach dem Abitur begann Rubina erst einmal zu arbeiten. "Wo?", frage ich unglaeubig und versuche darauf zu kommen, welcher Arbeitgeber eine Frau mit Gesichtsschleier einstellen wuerde. "Im Telefonmarketing", erklaert Rubina, "da kam es nur auf die Stimme an" - und da ist es wieder, dieses Laecheln. Arbeiten und fuer eine Weile Geld verdienen war gut, aber letztendlich wollte Rubina mehr. Sie bewarb sie sich fuer einen Studienplatz in Soziologie und wurde an einer der besten Universitaeten des Landes angenommen.

...und danach?

Sie weiss, dass es - selbst in Grossbritannien - nicht leicht sein wird fuer sie, nach Abschluss ihres Studiums eine qualifizierte Arbeitsstelle zu finden. Ein Job in der Entwicklungszusammenarbeit haette sie interessiert. Aber passt das zusammen? Wer stellt schon eine vollverschleierte Entwicklungshelferin ein? "Ich koennte Lehrerin werden, an einer islamischen Schule zum Beispiel", meint Rubina und verdreht die Augen. "Das will ich nicht. Ich will mich nicht nur in diesen Kreisen bewegen. Ich will kein Leben fuehren, das sich nur um den Islam dreht. Ich will einfach nur ein ganz normales Leben haben."

Gefaehrlich

Ausserdem, fuegt sie hinzu, einen Job als Lehrerin faende man zwar vielleicht als Niqabtraegerin an einer islamischen Schule, aber dann wuerde es sicherlich Probleme mit ihrem Studienfach geben: "Soziologie. Das unterrichten die doch nicht. Himmel nein, da wird man ja zum eigenen Denken aufgefordert - gefaehrlich", sagt sie und lacht.

Mittwoch, 18. Mai 2011

Kind, Soldat

Kindersoldaten - Taeter und Opfer?
Bundesakademie fuer Sicherheitspolitik
Berlin-Pankow, 24. Mai

Weltweit gibt es, so schaetzt man, 250.000 Kindersoldaten. Und noch viel mehr ehemalige Kindersoldaten. Im Krieg oder einem gewalttaetigen Konflikt zu kaempfen ist schon fuer viele Erwachsene traumatisierend genug, um ihnen die Rueckkehr in ein normales Leben danach unmoeglich zu machen. Wie vorher wird es nie mehr. Wieviel schlimmer muss das fuer ein Kind oder einen Jugendlichen sein?

Am 24. Mai findet eine Veranstaltung zum Thema, organisiert von der Bundesakademie fuer Sicherheitspolitik, der Stiftung Wissenschaft und Politik und dem Fuerstentum Liechtenstein statt. Sprechen werden John Kon Kelei, der als Kind als Soldat eingesetzt war, und die UN-Sonderbeauftragte fuer Kinder und bewaffnete Konflikte Radhika Coomaraswamy. Anschliessend wird im Beisein des Regisseurs der Film Ana's Playground, mit einem Oscar nominiert, gezeigt, und Zeit fuer Fragen und Diskussion gibt es auch.

Anmeldung per E-Mail an Anmeldung@baks.bund.de.

Sonntag, 15. Mai 2011

Nominiert

Juhu! Kübras Fremdwörterbuch (kein Buch, ein Blog!) wurde für den Grimme Online Award nominiert. Auf vier Kategorien verteilt gibt es insgesamt 25 nominierte Blogs oder Webseiten. Jedes Jahr werden acht Awards vergeben - zusätzlich ein Publikumspreis, für den man hier seine Stimme abgeben kann.

Lieselotte ist begeistert und freut sich sehr für Kübra!

Freitag, 13. Mai 2011

Juliette Greco

Juliette Greco: Sous le ciel de Paris

Donnerstag, 12. Mai 2011

Komm wieder

Komm, komm, wer immer du bist,
Es macht nichts, ob du ein Ungläubiger, ein Götzen- oder Feueranbeter bist.
Komm, unser Karawan ist kein Ort der Verzweiflung,
Auch, wenn du deinen Schwur hundertmal gebrochen hast.
Komm wieder.

Dschelaleddin Rumi

Mittwoch, 11. Mai 2011

Sissel

Sissel: Summer time

Dienstag, 10. Mai 2011

Kunst. Kultur. Konflikt

Konferenz
17. / 18. Mai 2011, Bonn

"Kunst und Kultur agieren in und reagieren auf Konflikte. Kunst reflektiert, pointiert und provoziert das Zeitgeschehen. Gleichzeitig braucht es Kreativität zur Ueberwindung der Krisen. Im Spannungsfeld zwischen Kunst, Kultur und Konflikt positionieren sich auch die Mittler deutscher Kultur- und Bildungsarbeit ebenso wie
die Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit und setzen Akzente.

Welche Chancen hat und welche Risiken birgt Kultur- und Bildungsarbeit in Krisen- und Konfliktregionen? Wie können sich die verschiedenen Akteure besser abstimmen und
welche neuen Ansätze lassen sich aus dem Zusammenspiel der in unterschiedlichen Ministerien verorteten Maßnahmen und Formate entwickeln?

Das Spannungsfeld zwischen Kunst, Kultur und Konflikt ist Thema der Konferenz am 17. und 18. Mai 2011 in Bonn. Sie wird organisiert von der Arbeitsgruppe "Kultur und
Entwicklung". Dieser gehören an der Deutsche Akademische Austauschdienst, die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, die Deutsche Welle, das
Goethe-Institut und das Institut für Auslandsbeziehungen."

Mehr Informationen, das Programm und ein Formular zur Online-Anmeldung finden Sie
unter www.goethe.de/kunstkulturkonflikt.

Montag, 9. Mai 2011

Letztens gelesen (08)

Kristiane Backer: Der Islam als Weg des Herzens. Warum ich Muslima bin. Berlin: Ullstein Taschenbuch, 2010.

Von MTV...

Als die aus einem protestantischen Elternhaus stammende Kristiane Backer 1989 von Hamburg nach London ging, um dort als erste deutsche Moderatorin für MTV Europe als VJ zu arbeiten, war nicht zu ahnen, dass sie unter Europas Jugendlichen selbst bald als Star gelten würde. Treffen mit Heino, Dinner mit Seal, Partys mit Mick Jagger - Kristiane führt ein Leben, von dem viele ihrer Altersgenossen träumten.

...nach Mekka

Doch etwas fehlte. 1995 trat Kristiane, die die Religion über ihren damaligen Freund, den pakistanischen Nationalspieler Imran Khan kennen gelernt hatte, zum Islam über. Die beiden trennten sich - und Kristiane blieb Muslimin. Weshalb - und wie es weiter ging, wie sie versuchte, ihre muslimische Religion und europäische Identität in Einklang zu bringen; wie ihr Umfeld, Freunde, Bekannte, die Öffentlichkeit auf ihre Konversion reagierten - und wie sie als Europäerin so manche Entwicklung in der muslimischen Welt sieht, schildert sie sehr anschaulich in der erweiterten Ausgabe ihrer Autobiographie, die zum ersten Mal unter dem Titel Von MTV nach Mekka erschien.

Der Islam als "Weg des Herzens"

Kristiane Backer ist Sufi, und ihr Islam ist geprägt von Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Verständnis und Toleranz. Mit der Unterdrückung von Andersgesinnten, von Anhängern anderer Religionen, von Frauen im Namen der Religion kann sie nichts anfangen - und kann das auch theologisch begründen. Dass viele Muslime das Wesentliche ihrer Religion vergessen zu haben scheinen und stattdessen Äußerlichkeiten überbewerten, kritisiert sie deutlich.

Lesenswert

Ein sehr ehrliches, leicht lesbar geschriebenes Buch mit sehr gutem Glossar am Ende - lesenswert für Muslime und Nichtmuslime. Einzig Kristiane Backers Tendenz, im Text immer mal wieder davon zu sprechen, wie "die Muslime" dies empfinden, das sehen und jenes handhaben würden, hat mich etwas irritiert. Ein "viele Muslime", "die meisten Muslime" hätte da besser gepasst. Trotzdem: ein tolles Buch.

Sonntag, 8. Mai 2011

(Anti)Semiten

In Diskussionen, in denen es um Judenfeindlichkeit unter Muslimen geht, hört (und liest) man immer wieder, dass Araber selbst Semiten seien (sind sie) und daher gar keine Antisemiten sein könnten.

Ach nein?

Nur, weil ich aus München komme, kann ich keine Abneigung gegen Münchner haben? Nur weil ich Deutscher bin, kann ich nicht die Deutschen hassen? Ein Kölner kann nichts gegen einen Düsseldorfer haben, weil sie ja beide aus dem Rheinland kommen?

In mancher Diskussion schadet ein kleiner Hinweis auf die kulturelle Nähe von (orientalischen) Juden und Arabern, auf die enge Verwandtschaft der hebräischen und arabischen Sprache nicht - weil sie so manchem, der "die Araber" als essentiell anders, fremd, rückständig darstellt, tatsächlich nicht bekannt ist. Aber dass Araber keine Antisemiten sein können, weil sie selbst Semiten sind, ist so eine dumme Aussage, dass ich mich immer wieder frage, wie es kommt, dass sie mir seit Jahren wieder und wieder begegnet in Diskussionen zum Konflikt im Nahen Osten und Problemen in Europas großen Städten.

Mittwoch, 4. Mai 2011

Bin Laden ist tot

"I mourn the loss of thousands of precious lives, but I will not rejoice in the death of one, not even an enemy. Returning hate for hate multiplies hate, adding deeper darkness to a night already devoid of stars. Darkness cannot drive out darkness: only light can do that. Hate cannot drive out hate: only love can do that."

Martin Luther King, Jr

Sonntag, 1. Mai 2011

Zeitzeuge

Letztes Jahr war das Ende des Zweiten Weltkriegs 65 Jahre her. Lange wird es nicht mehr Menschen geben, die die Zeit des Nationalsozialismus miterlebt haben und darüber aus erster Hand berichten können. Das wird mir immer wieder bewusst, wenn ich sehe, dass die "Zeitzeugen", die heute von damals berichten, von ihren Kinder- und Jugendjahren erzählen. Von denen, die damals erwachsen waren, lebt kaum noch einer. Und bald wird auch von denen, die damals Kinder waren, keiner mehr da sein.

Nächste Woche gibt es in Berlin die Möglichkeit, Helmut Steinitz aus Posen, der als Jugendlicher Ghetto und Lager überlebt hat, sprechen zu hören.

12. Mai 2011, 18 Uhr

"Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Ort der Information, Cora-Berliner-Straße 1, 10117 Berlin

Programm

Begrüßung: Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas; Grußwort: Günter Saathoff, Vorstand der Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft«; Gespräch: Zwi Helmut Steinitz und Prof. Dr. Joachim Rogall

Anmeldung: Bitte melden Sie sich per E-Mail unter info@stiftung-denkmal.de oder telefonisch +49 030 26 39 43 - 0 bis spätestens 9. Mai 2011 an und planen Sie am Tag der Veranstaltung ausreichend Zeit für die Sicherheitskontrollen ein."