Donnerstag, 31. März 2011

Sehnsucht nach der Fremde

... Angst vor dem Fremden?
Fachtagung

Landeszentrale fuer politische Bildung Sachsen-Anhalt

Halle (Saale), 8. April 2011

"Unter dem Titel 'Sehnsucht nach der Fremde - Angst vor dem Fremden' moechte eine Fachtagung der Landeszentrale fuer politische Bildung Anfang April ueber den Umgang mit Migration und Integration in Ostdeutschland informieren. Die DDR tat sich schwer beim Umgang mit Migration: Trotz aller Beschwoerungsformeln des Internationalismus lebten ArbeitsmigrantInnen vielfach abgeschirmt von der deutschen Mehrheitsgesellschaft, haeufig galten fuer sie andere Regeln. Auch im Alltag der DDR gab es Vorurteile gegenueber Fremden, die vor allem aus Vietnam un aus afrikansichen Laendern kamen.

Gleichzeitig litten viele BurgerInnen unter den bescharaenkten Reisemoeglichkeiten. Der Mangel an kulturellem Austausch fuehrte in vielen Bereichen zu einer Sehnsucht nach der Fremde. Das 'Fernweh' trieb seltsame Blueten: Brauchtumspflege, etwa in Indianistik-Vereinen, erfreute sich grosser Beliebtheit.

Ob dieses Spannungsfeld in der DDR-Gesellschaft Auswirkungen hat auf den Umgang mit Fremden in den neuen Bundeslaendern heute, darueber soll im Laufe der Fachtagung ausfuehrlich informiert und diskutiert werden. Mit dabei sind WissenschaftlerInnen aus den Bereichen Migrationsforschung und Neue Geschichte, AutorInnen und VertreterInnen der Integrationsarbeit in Sachsen-Anhalt."

Mehr Infos: http://www.lpb.sachsen-anhalt.de/

Mittwoch, 30. März 2011

Geiz

"Der Freigebige ist Allâh nahe, dem Paradies nahe, den Menschen nahe und fern dem Feuer.
Der Geizige ist fern von Allâh, fern dem Paradies, fern den Menschen und nahe dem Feuer.
Der freigebige Unwissende ist Allâh lieber als der betende Geizige."

(Hadith nach Tirmidhi)

Dienstag, 29. März 2011

Auf dem Weg zur Integration

Im Interview der Woche auf Deutschlandfunk waren diesen Sonntag der neue Innenminister Hans-Peter Friedrich und der Imam und Islamwissenschaftler Abdelmalik Hibaoui zu Gast. In dem Gespräch ging es vor allem um die Islamkonferenz, die am Dienstag in eine neue Runde startet. Friedrich erklärte, man habe ihn falsch zitiert und die Muslime seien Teil der Gesellschaft. Und dann bringt er einen Satz und ich denke mir: "Hallo, wo sind wir?!".

Er sagte: "(...) Für mich ist das Entscheidende, dass die Menschen hier zu dieser Gesellschaft gehören. Und das ist im Grunde auch die Aufgabe der Politik, sich damit auseinander zu setzen, wie diese Menschen integriert werden können, wie man ihnen auf dem Weg zu dieser Integration zur Seite stehen kann."

Und ich denke mir: Mein lieber Junge, danke auch für die Bemühung, aber ICH BIN INTEGRIERT, ich brauche niemanden, der mir "auf dem Weg zu dieser Integration zur Seite stehen kann", besten Dank auch!!!

Es mag ja Muslime (und nicht nur Muslime) in Deutschland geben, denen ein bisschen mehr Integration nicht schaden würde, aber wie wäre es dann mal, die Dinge beim Namen zu nennen, ohne alle in einen Topf zu werfen? Fatih Akin braucht keinen Integrationshelfer, Hilal Sezgin auch nicht, Naika Foroutan, Cem Özdemir, Halima Krausen, Hamideh Mohagheghi, Hatice Akyün, Katajun Amirpur, Lamya Kaddor, Aiman Mazyek, Feridun Zaimoğlu, Abdul Hadi Christian Hoffmann, Jamal Malik - keiner von denen (und das waren jetzt nur ein paar Promis).

Also, was soll das? Als Stammtischbruder darf man so reden, aber doch bitte nicht als Innenminister! Da muss sich noch was tun, lieber Herr Friedrich.

Montag, 28. März 2011

Mina

Mina ist fast 21. Sie ist im letzten Semester ihres Jurastudiums in London und kann nicht glauben, dass ihre Studienzeit schon zu Ende sein soll.

Neuanfang

Minas Großeltern kamen - vor Jahrzehnten - als palästinensische Flüchtlinge nach [Land im Nahen Osten]. Ihrem Großvater ging es besser als anderen, mit viel Ausdauer und etwas Glück hat er sich im neuen Land hochgearbeitet. Geldsorgen hatte die Familie nicht. Minas Mutter studierte Architektur und begann eine erfolgreiche Karriere. Sie baute unter anderem einen der Paläste für die Königsfamilie in [noch ein Land im Nahen Osten].

Vom Nahen Osten nach Nordengland

Minas Vater, einen Arzt, lernte sie auf der Hochzeit von gemeinsamen Freunden kennen. Etwas gefiel ihr an dem jungen Mann, der an seiner Universität als Vorbeter das Gemeinschaftsgebet leitete. Die beiden heirateten und verließen etwas später [Land im Nahen Osten]. Im Ausland kümmerte sich Minas Vater kaum noch um seine Religion, Minas Mutter schon. Als das erste Kind unterwegs war, legte Minas Mutter ihre Karriere auf Eis. Minas Vater begann, sich auf ein eher außergewöhnliches Gebiet der Medizin zu spezialisieren und die Familie lebte in den nächsten Jahren in einer ganzen Reihe von Ländern: in Schottland, Saudiarabien, den USA - bevor sie sich schließlich auf Dauer im Norden England niederließen.

Wie es nach dem 11. September war

Mina wuchs in einem upper-class Vorort von [Stadt in Nordengland] auf. Sie war auf ihrer Schule - bis auf ein Mädchen aus China und eins aus Jamaika - die einzige mit ausländischen Wurzeln. "Vor dem 11. September habe ich mich als Engländerin, als Weiße gesehen", meint Mina heute. Dann kamen die Anschläge vom 11. September 2001, Mina war elf Jahre alt, und alles änderte sich. Ihre Mutter wurde wegen ihres Kopftuchs auf offener Straße angepöbelt und beleidigt. Minas neuer Spitzname in der Schule war Osama Bin Laden. "Ich wurde für etwas verurteilt, an das ich selbst gar nicht so richtig geglaubt habe", meint Mina heute.

Teenagerzeit

Sie interessierte sich für Philosophie und Religion. Als Kind hatte sie viel Zeit alleine verbracht, zu Hause mit ihren Romanen, jetzt begann sie, Theater zu spielen. Sie wurde das Stottern los, mit dem sie jahrelang gekämpft hatte. Ihr Freundeskreis erweiterte sich und eigentlich hatte sie jetzt alles, wovon sie als Kind immer geträumt hatte. Aber etwas fehlte, und das fand sie schließlich in der Religion ihrer Mutter, die für sie immer der Inbegriff einer selbstbewussten, würdevollen Frau gewesen war.

Studienjahre in London

Mina war 17, fast 18, als sie begann, Kopftuch zu tragen. Ihr Vater war dagegen, er meinte, so verbaue sie sich Chancen. Etwas später bekam sie eine Zusage von einer der besten Unis des Landes, Jura sollte sie studieren, in London. "An der Uni hatte ich zum ersten Mal muslimische Freunde", erklärt Mina, "das kannte ich vorher nicht". Nach drei Jahren Studium trennen sie jetzt nur noch ein paar Prüfungen von ihrem Abschluss. Danach will sie erst mal arbeiten, wahrscheinlich für eine Nichtregierungsorganisation im Bereich Menschenrechte.

Sonntag, 27. März 2011

Ottoman Empire Soundsystem

Ottoman Empire Soundsystem: Von Zeit zu Zeit

Samstag, 26. März 2011

Drei Millionen Tote

Vor 40 Jahren erklärte Bangladesch, das ehemalige Ost-Pakistan, seine Unabhängigkeit. Laut offiziellen Angaben der pakistanischen Regierung kamen in dem darauf folgenden Konflikt 26.000 Mnschen um. Höchst wahrscheinlich waren es um die drei Millionen. In nicht einmal neun Monaten. Wie genau es dazu kam, erzählt Südasienkorrespondent Hasnain Kazim auf SPIEGEL Online.

Freitag, 25. März 2011

Donnerstag, 24. März 2011

Premiere

Das Lieschen hat eine Einladung zu einem Kindergeburtstag bekommen. Die erste. Vom Lieschen (davon gibt es bei uns im Kindergarten naemlich zwei).

Laut der Mama findet die Feier in einer Turnhalle statt, da koennten die Kinder so schoen spielen. Geschenke soll man nicht mitbringen, nur "sich selbst".

Das hoert sich jetzt nicht wirklich nach Kindergeburtstagen, wie ich sie kenne, an, aber ich bin sehr gespannt, wie es wird - und werde hier berichten.

Mittwoch, 23. März 2011

Fredrik Vahle

Fredrik Vahle: Kawuras der Krebs

Dienstag, 22. März 2011

Der Prophet hat gesagt

"Sei zufrieden, damit du der Beste unter denen bist, die dankbar sind.
Wähle für andere das, was dir selber gefällt, dann wirst du ein wahrer Gläubiger werden.
Behandele deinen Nachbarn mit deinem besten Benehmen, dann wirst du es wert sein, ein Muslim zu sein."

Hadith [Auszug] nach Ibn Mâ’jah. Mehr? Hier.

Montag, 21. März 2011

Frauen im Krieg

Eine interessante Stellungnahme der Londoner Nichregierungsorganisation Minority Rights Group (MRG) International zur Rolle von zu Minderheiten gehörenden Frauen in bewaffneten Konflikten und bei der anschließenden Konfliktbearbeitung findet sich auf der Webseite der MRG.

Dass einzige, was mir fehlt ist ein Hinweis darauf, dass Frauen in Konflikten nicht immer nur passive Opfer sind, sondern es eine ganze Reihe von Beispielen gibt, in denen Frauen aktiv an den Kämpfen beteiligt sind. Komisch, dass eine professionelle Organisation wie MRG das nicht im Fokus hat.

Sonntag, 20. März 2011

Auweia, die 80er

Rolf Zuckowski: Und ganz doll mich



Da stellt man sich doch ernsthaft die Frage ... von welchem Stern die kommen.

Okay, das ist die fies. Aber jetzt mal im Ernst - waren Friseure und Optiker in den 1980ern von einem Berufsverbot betroffen? Warum trägt das Mädchen rechts von Rolf Zuckowski eine Pyjamahose - im Fernsehstudio? Und "Rolf und seine Freunde", der unterläge heute doch glatt dem Verdacht auf Pädophilie - oder nicht?

Samstag, 19. März 2011

Rajiv

Oder: Fremder hier wie dort

Auftrag

Mit Rajiv hatte ich mich von Anfang an gut verstanden. Eigentlich mochte jeder Rajiv. Er war meistens gut gelaunt, immer freundlich und hatte einen netten Humor. Als er hörte, dass ich demnächst nach Indien fahren und nicht viel später auch wieder nach Pakistan kommen würde, fragte er, ob ich ihm etwas mitbringen könne. Ein T-Shirt mit dem Om-Zeichen für einen seiner Söhne, die bekomme man in Pakistan kaum. Sie bräuchten aber eins für eine religiöse Zeremonie demnächst bei ihnen im Tempel. Er gab mir pakistanische Rupees mit, die ich in Indien in indische Rupees wechselte und mit denen ich das gewünschte Hemd erstand. In Rot-Gelb, das hatte besonders schön ausgesehen.

Fremd in Pakistan

Rajiv und seine Familie sind pakistanische Hindus. Seine Eltern und Großeltern blieben damals, als Hindus, Muslime und Sikhs nach der Teilung Indiens im Jahre 1947 sich gegenseitig vertrieben und voreinander flüchteten, in dem Teil des Landes, der Pakistan wurde. Als hinduistische Minderheit haben sie es bis heute nicht leicht. Dass Rajiv sich das Om-Hemd aus Indien mitbringen lassen musste, war da noch ein harmloses Beispiel.

Fremd in Indien

Er habe, so meinte Rajiv, sich immer wieder gefragt, ob er nicht nach Indien auswandern solle. Dort, in einem Land mit mehrheitlich hinduistischer Bevölkerung wäre das Leben in vieler Hinsicht einfacher. Aber, so erklärte er, den Gedanken habe er schließlich wieder verworfen. In Indien würde er immer "der Pakistani" bleiben. Da spiele die gemeinsame Religion keine Rolle. Dass er aus Pakistan käme, das höre man allein schon an der Sprache. Und in seinem Pass - selbst wenn es ein indischer wäre - stünde als Geburtsort ja auch [Stadt in Pakistan]. Dem könne er nicht entkommen. Und nach einem Anschlag festgenommen zu werden, nur weil die Sicherheitsbehörden einen Sündenbock brauchten und er als "Pakistani" sich da eben besonders anböte - nein, da bleibe er lieber hier, trotz all der Probleme.

Sarah

Terror am Gymnasium

Sarah
war zehn, als sie aufs Gymnasium kam. Am Anfang lief alles gut, aber dann kam schnell raus, dass sie es in ihrer Klasse mit einer Gruppe Vollchaoten zu tun hatte. Eine Handvoll vorpubertierender Schüler, die die anderen Kinder terrorisierten. Sarah hatte Pech, irgendwie kam es, dass sie eines der Angriffsziele wurde. Die Klassenlehrerin war überfordert und Sarahs Mutter wusste auch nicht so recht, was da zu tun sei. Schließlich entschied man sich für eine Lösung: den Schulwechsel.

Noch schlimmer auf den Gesamtschulen

Auf der neuen Schule, dem Gymnasialzweig einer Gesamtschule mit reformatorischem Konzept, war es noch schlimmer. Vier, fünf Schüler pro Klasse terrorisierten den Rest, die Lehrer mit einbegriffen. Sarah wollte da, verständlich, nicht mehr hin und fing das Schwänzen an. Damit konnte sie noch weniger auf die Unterstützung der Lehrer zählen. Sarahs Mutter rannte von Eltern- zu Elterngespräch, aber nichts tat sich. So ging das ein oder zwei Schulen weiter und schließlich hatte Sarah die neunte Klasse zweimal gemacht, aber würde wieder nicht versetzt werden. Das heißt: aus die Maus und ciaobella, nix da mit Hauptschulabschluss. Dreimal kann man eine Klasse nicht wiederholen.

Wende

Sarah hatte Glück. Sie hat im folgenden Jahr extern mit der Unterstützung einer Initiative zur beruflichen Qualifizierung von jungen Frauen den Hauptschulabschluss nachgeholt. Hatice, eine der Lehrerinnen, hat dabei eine ganz wesentliche Rolle gespielt, weil sie gesehen hat, dass da etwas in Sarah steckt, was sie viel weiter bringen kann, als zur Endstation abgebrochene Schulausbildung. Mit einem Einserzeugnis hat Sarah sich schließlich für die nächste Schulstufe beworben, die Mittlere Reige nachzuholen. Danach ging es weiter in Richtung Fachabi, das sie mit Anfang Zwanzig, endlich, in der Tasche hatte.

Ausbildung, Arbeit, Abschlussprüfung

Sie wohnte damals schon seit einiger Zeit nicht mehr zu Hause, sondern teilte sich eine Wohnung mit zwei Freunden, arbeitete abends in einem Restaurant, außerdem gab es ja noch Kindergeld und die Unterstützung durch ihre Eltern. Gleich nach dem Abi hat sie einen Ausbildungsplatz in einer Branche, in der es weit mehr Bewerbungen als freie Plätze gibt, bekommen. Auf der Arbeit kam sie so gut an, dass sie schon nach kurzer Zeit in Abwesenheit des Chefs den ganzen Laden schmiß. Sie verkürzte die Ausbildungszeit und bereitete sich extern auf die Abschlussprüfung vor, die sie wieder mit Bravour bestand.

Schwere Entscheidung

Da war sie dann Mitte Zwanzig, sie hat noch ein bisschen gearbeitet und auf einmal stellte sie fest, sie schwanger. Den Vater des Kindes kannte sie noch gar nicht so lange und ob sie das überhaupt wollte, ein Kind, da war sie sich gar nicht sicher. Sie hat tagelang geheult. Der Termin zur Abtreibung stand schon, aber dann hat sie sich letzten Endes doch dagegen und für das Kind entschieden. Mit dem Vater ist sie nicht mehr zusammen, aber die beiden wohnen in der gleichen Stadt, er war bei der Geburt dabei und sieht die Kleine regelmäßig.

Nicht leicht

Es ist schwer für Sarah, alleine mit dem Kind zu sein, sie war oft krank im ersten Jahr. Ohne ihre Familie und die vielen Freunde würde sie es nicht schaffen. Lieselotte würde gerne, dass sie mal eine Mutter-Kind-Kur beantragt, das bräuchte sie, aber Sarah scheut sich, die Beantragung ist so aufwendig. Dabei würde es ihr gut tun: Drei oder vier Wochen Alpenluft oder Meeresrauschen, professionelle Beratung, jemand, der ihr mal das Kind abnimmt.

Freitag, 18. März 2011

Tschernobyl 2.0

Wir hatten ja Libyen noch kaum verkraftet, da rollte schon neues Unheil, diesmal über Japan, heran. Erdbeben, Tsunami, atomare Katastrophe - das war schwer zu toppen. Libyen verschwand von den Titelseiten. Von meinen muslimischen Freunde erhielt ich nun SMS mit der Bitte, für Japan zu beten. Statt libysche Studentinnen zu trösten, schickten wir jetzt soldarische Facebook-Nachrichten an unsere japanischen Kommilitonen. Die standen drei Tage nach der Katastrophe lächelnd mit Sammeleimern in der Hand auf dem Platz vor unserer Uni. Wer spendete, bekam einen Papierkranich ans Jackenrevers geheftet.

Dass in Deutschland ganz besonders laut gegen die Atomkraft gebrüllt wurde, bekam man selbst in London mit. "Ja, das ist so bei uns; es gab schon vor Jahrzehnten lautstarke Proteste gegen die Atomkonzerne", erklärten wir dem japanischen Mädchen in unserem Seminar, das uns gerade davon erzählt hatte, wer von seinen Freunden und der Familie es schon ins Ausland geschafft hatte und wer irgendwo im Nordosten in einer Sammelunterkunft dem ausharrte, was kommen würde.

Als ich so alt war wie das Lieschen heute, oder ein bisschen jünger oder ein bisschen älter, da war Japan Tschernobyl. Da durfte man nicht mehr auf den Spielplatz gehen und seine Schuhe musste man ausziehen vor dem Betreten der Wohnung. Eine Bekannte meiner Mutter schnappte sich ihr Kind und flog mit ihm nach Kuba, weit weg von der Strahlung. Unter meinen Freunden ist es in den letzten Jahren ein bisschen schick geworden, in die Sperrzone um das ehemalige AKW in Tschernobyl zu fahren. Man zahlt da ein paar Rubelchen und läuft dann einem mit Geigerzähler ausgestatteten Führer durch eine tote Stadt hinterher - die Bilder stellt man hinterher auf Facebook, so läuft das 20 Jahre nach der atomaren Katastrophe. Ob das Lieschen mit seinen Kumpels mal nach Fukushima pilgern wird?

Donnerstag, 17. März 2011

Powerfrau

Seit fast zehn Jahren faehrt Zahida Kazmi in Pakistans Hauptstadt Islamabad und den Stammesgebieten im Norden des Landes Taxi. Taxifahren - das ist selbst in Europa noch weitgehend eine Maennerdomaene, umso mehr im stark patriarchalisch gepraegten Pakistan.

Zahida Kazim setzte sich gegen anfaengliche Bedenken durch und ernaehrte nach dem Tod ihres Mannes durch das Taxifahren sich selbst und ihre sechs Kinder. Von Passanten, Fahrgaesten und Polizisten an den Checkpoints im Norden des Landes wird ihr Respekt entgegen gebracht. Schliesslich wurde sie sogar Vorsitzende des Taxiverbandes.

Und wenn mir demnaechst mal wieder jemand erzaehlen will, die Frau im Islam / in Pakistan / Suedasien / der Dritten Welt sei unterdrueckt, dann werde ich einfach nur sagen: "Zahida Kazim".

Mittwoch, 16. März 2011

Nina

Blick nach Westen

Nina kommt aus [Land in Suedosteuropa]. Sie war schon frueh eine sehr gute Schuelerin und konnte so nach der Grundschule auf das Deutschsprachige Gymnasium, die beste Schule der Stadt wechseln. Nach vier Jahren intensivem Deutschunterricht sprach sie die fremde Sprache fliessend.

Blick nach Osten

In ihrer Freizeit tanzte Nina in einer Volkstanzgruppe. Die Gruppe war so erfolgreich, dass sie regelmaessig zu Wettbewerben und Auftritten ins Ausland fuhren. Unter anderem in die Tuerkei. Dort verliebte sich Nina in das Land, seine Sprache und Kultur. Zurueck in [Land in Suedosteuropa] begann Nina mit einem Selbstlernerbuch, sich Tuerkisch beizubringen. Das war eher ungewoehnlich fuer eine junge Frau aus [Land in Suedosteuropa], wo noch heute die Geschichten vom tuerkischen Joch, unter dem man Jahrhunderte lang gelitten habe, dominieren und die tuerkische Minderheit im Lande extrem schlecht angesehen ist.

Abitur, Studium und danach

Ninas Traum war es, nach dem Abitur Turkologie zu studieren. Oder Germanistik, an der besten Uni im Lande, in der Haupstadt. Vielleicht sogar in Deutschland. Irgendwie kam sie nach den Abiturpruefungen jedoch nicht zu Potte und vertroedelte so die Bewerbungsfristen. So kam es, dass sie schliesslich an einem passablen College in ihrer Heimatstadt Touristik studierte. Nach Abschluss ihres Studiums arbeitete sie in einer der touristischen Hochburgen ihres Landes. Dort lernte sie George aus Ghana kennen, Nina kam mit ihm zusammen und wurde ein paar Jahre spaeter schwanger. Von einem Schwarzen! In [Land in Suedosteuropa] heute ist das ungefaehr so schlimm wie es in Deutschland in den 1950ern oder 60ern gewesen sein muss.

Familie und Beruf

Ninas Familie hielt zu ihr. Heute ist die kleine Svetlana (Ninas Vater hatte darauf bestanden, dass das Maedchen nach ihrer Grossmutter benannt wurde) zwei Jahre alt. Nina wuerde gerne wieder arbeiten gehen, aber mit einem Kleinkind in der Tourismusbranche ist das schwierig. Vor allem, weil es in [Land in Suedosteuropa] kaum Betreuungsmoeglichkeiten fuer Kleinkinder gibt.

Naechste Station: ... ?

Nina und George sehen ihre Zukunft nicht in [Land in Suedosteuropa]. Einerseits, weil George und Svetlana dort immer als Fremde angesehen werden wuerden, andererseits, weil die wirtschaftliche Lage nicht wirklich witzig ist und weil es Nina immer noch in die Ferne zieht. George ist deshalb vor einem Jahr in die USA gefahren, wo er - wie Nina waehrend ihres Studiums - frueher schon einmal gearbeitet hat. Er hat dort eine Arbeitsstelle gefunden, aber als Nina und Svetlana ihn besuchen kommen wollten, wurden sie nicht ins Land gelassen. Es bestehe die Gefahr, dass sie ihren Aufenthalt illegal verlaengern wuerden. Nina hat keinen Schritt ausserhalb des Flughafens gesetzt, auf den 12-stuendigen Hinflug und einige Stunden im Transitbereich folgten direkt die Rueckkehr nach [Land in Suedosteuropa]. Fuenf Jahre darf sie jetzt nicht mehr in die USA einreisen.

Wie es jetzt ist

Und so arbeitet George jetzt in den USA und Nina zieht, mit der Unterstuetzung ihrer Freunde und Familie, ihre Tochter in [Land in Suedosteuropa] auf. Falls ihr also im naechsten Pauschalurlaub ein kleines schokobraunes Maedchen mit dunklen Loeckchen an der Hand seiner jungen, huebschen Mutter seht - das sind das wahrscheinlich die beiden.

Dienstag, 15. März 2011

Essayisten find ich gut - vor allem diesen hier

Habe vor kurzem diesen tollen Artikel vom Hamburger Essayisten und Reporter Christian Schüle gefunden. Der Artikel ist zwar zur Kopftuch-Debatte (ächz, wer kann es noch hören?) und auch schon etwas älter (vom Mai 2010), aber so gut, dass ich ihn doch hier reinstellen wollte.

Nur ein paar Minuten Netzrecherche später, stellte sich dann ziemlich schnell raus, dass Christian Schüle auf dem besten Wege ist, mein neuster Lieblingsessayist zu werden. Tolle Artikel hat er nämlich auch zur iranischen Insel Kisch oder zu Somalia geschrieben. Könnte also eng werden, lieber Navid Kermani!

Montag, 14. März 2011

Religiös gefärbte Brille

In der Frankfurter Rundschau fand sich vor einigen Tagen ein langes Interview mit einem meiner Lieblingsintellektuellen, dem Kölner Islamwissenschaftler Navid Kermani (der übrigens gerade die Martin-Buber-Rosenzweig-Medaille verliehen bekommen hat), in dem Kermani die Proteste in der Arabischen Welt, den Umsturz in Ägypten und unseren Blick auf den Nahen Osten analysierte und dabei auf einen ganz wichtigen Aspekt hinweist. Ich zitiere:

"Was in Aegypten passiert, wird bei und durch eine religioes gefaerbte koloniale Brille betrachtet. Es ging aber in Aegypten nicht um Religion. Die realen Probleme haben nichts mit einem "Aufmarsch der Gotteskrieger" zu tun. (...)

Die realen probleme Aegyptens sind Geburtenexplosion, Niedergang des Bildungswesens, Verarmung der Mittelklasse, radikaler Marktliberalismus, katastrophale Versorgungslage, patriarchalische Strukturen, Unterdrueckung der Frauen und ein Fehlen von Selbstbestimmung, von Kreativitaet, von Freiheit auf allen Ebenen, angefangen in der Grundschule bis zur Staatsspitze.

Die Religion ist dabei einer von vielen Faktoren; sie ist weder die alleinige Ursache, noch ist sie die Loesung.

Wir aber ignorieren vollstaendig alle anderen, sozialen, politischen, oekonomischen Zusammenhaenge und stellen die Ereignisse stattdessen ahistorisch in einen religioesen Sinnzusammenhang: Die sind so, weil der Islam so ist. Das ist nichts anderes als Gegen-Fundamentalismus."

Sonntag, 13. März 2011

Den Islam studieren

Samstagnachmittag in der Moschee

Am Wochenende war ich seit langem mal wieder in der Moschee. Ich hatte eigentlich vor, nur schnell zum Mittagsgebet reinzuhuschen. Als ich mit dem Lieschen dann in den Gebetsraum für die Frauen kam, war der proppenvoll. Alles voll mit somalischen Frauen und Kindern. Sonst ist diese Moschee, was die Besucher angeht, sehr gemischt, aber an manchen Tagen haben sie spezielle Angebote auf Urdu, Bengali, Somali - so einen Tag schien ich erwischt zu haben.

Proppenvoll

Ich bahnte mir also einen Weg durch die zum größten Teil auf dem mit Teppich ausgelegten Boden sitzenden Frauen und Kinder. Der Geräuschpegel war enorm, weil alle paar Meter ein kleines Grüppchen Frauen oder Mädchen saßen, die gemeinsam Qur'an-Verse wiederholten - oder sich einfach unterhielten. Dem Lieschen wurde das bald zu viel: sie verabschiedete sich in ein vorgezogenes Mittagsschläfchen. Ich wollte sie nicht aufwecken und lange war es auch nicht mehr bis zum Nachmittagsgebet, also blieb ich.

Fremd

Und während ich dort saß und mir all die Frauen, die sich zum größten Teil auf einer mir fremden Sprache unterhielten und durchweg alle in vor allem schwarze Abayas gekleidet waren ansah, fiel es mir schwer, mich nicht fremd zu fühlen. Eine Frau, vielleicht um die vierzig oder älter, kam auf mich zu, begrüßte mich und setzte sich zu mir und dem Lieschen. Ob ich zum ersten Mal hier sei (nein), was ich studiere (Politik) und ob ich auch den Islam studiere (Arabischkurs an der Uni, aber mehr zurzeit nicht). Das ging noch ein bisschen weiter und lief dann darauf hinaus, dass sie meinte, ich solle doch auch den Islam studieren, wenigstens ein bisschen, das wäre wichtiger, viel wichtiger als Politik.

Arrogant? Naiv?

Ich habe ihr gesagt, dass ich früher Kurse zu theologisch-islamischen Themen belegt habe - aber das ließ sie nicht gelten, schließlich mache ich jetzt gerade ja nichts. Ich habe ihr nicht gesagt, dass mein Bedarf an mehr Wissen zu islamischer Theologie erst einmal gedeckt ist. Das hätte sich wahrscheinlich entweder arrogant oder wahnsinnig naiv angehört. Aber es ist so. Ich habe mir angesehen, mit was sie sich gerade beschäftigt, mit Tajweed, der korrekten Aussprache des Qur'ans. Das mag wichtig sein, aber es reizt mich einfach nicht. Und was gäbe es sonst zu studieren? Ich habe einen Überblick über die Themen, die wichtig sind. Es gibt Leute, die geben als ihr Hobby "Islam" oder "über den Islam lesen" an. Das hätte ich vor 10 Jahren vielleicht auch gesagt, aber seitdem sind einfach 10 Jahre vergangen. Die Fragen, die ich hatte, sind beantwortet, die meisten jedenfalls.

Moscheenliteratur

Und wenn ich mir angucke, welche Bücher in den islamischen Buchhandlungen hier in London, in [meiner Stadt in Deutschland] oder in Paris zu kaufen sind, da ist kaum ein Thema dabei, mit dem ich mich nicht schon ausführlich (genug, für mein ganz persönliches Empfinden) beschäftigt habe oder zu dem ich noch ganz dringend was zu wissen glauben müsste. Dass ein Großteil der Inhalte dieser islamischen Buchhandlungs-/Moschee-/Gebetsraum-Literatur ziemlich vorhersehbar ist, insofern als dass das oft die ewig gleichen, nicht sehr originellen Argumentationsstränge sind, macht das Ganze nicht besser. Ein Buch zur Frau im Islam, das neue Ideen und Perspektiven hervorbringt (ohne dabei gleich auf die Irshad Manji- oder Seyran Ateş-Schiene zu kommen) - das wäre was. Gibt es viel zu wenig. Deshalb: keine intensiven Islamische-Theologie-Studien für mich, jedenfalls nicht zurzeit.

Aber ein bisschen öfter Qur'an lesen, das könnte ich.

Samstag, 12. März 2011

Nadia

Oder: Schwierige Entscheidungen

Vorher

Nadia ist 25. Sie ist in der Nähe von London groß geworden, ihre Eltern kommen aus dem Sudan. Englisch spricht sie mit britischem Akzent. Sie hat in einer nicht ganz so großen Stadt im Norden Großbritanniens VWL studiert und danach zwei Jahre in London in der Finanzbranche gearbeitet. An der Uni hat sie das, was man "ein richtiges Studentenleben" nennt, geführt: viele Partys und so weiter. Dann hat sie Mahmoud kennen gelernt, der aus dem Sudan zum Studium nach Großbritannien gekommen war. Sie kamen zusammen und Mahmoud hat Nadia, deren Eltern sie nie religiös erzogen haben, den Islam näher gebracht, beten beigebracht.

Zurück an der Uni

Vor etwas mehr als einem Jahr haben sie geheiratet und irgendwann später hat Nadia angefangen, Kopftuch zu tragen. Dann wurde sie zum Masterstudium an einer der besten Unis des Landes zugelassen, in Entwicklungspolitik, ihrem Traumfach. Mahmoud war gerade mit seinem Studium fertig geworden und ist jetzt damit beschäftigt, eine Wohltätigkeitsorganisation, die Projekte im Sudan finanziert, aufzubauen. Nadia studiert jetzt wieder.

Kleiderfragen

Als ich sie kennen lernte, vor ein paar Monaten, trug sie Jeans, ein Flanellhemd und darüber ein Kopftuch. Sie war nicht zufrieden damit und überlegte, ab jetzt Abaya zu tragen, weil das islamisch korrekter wäre. Ich war auch der Meinung, dass "nur Jeans" ein bisschen wenig wäre, aber ob es gleich eine Abaya sein musste? Etwas später kam sie tatsächlich in einem langen schwarzen Gewand (aber immer noch mit buntem Kopftuch) in die Uni. Und wenig später erzählte sie von den Problemen, die es jetzt zu Hause gebe. Ihre Mutter (die selbst Kopftuch trägt, aber - so Nadia - auf die "traditionelle" Art und Weise - also alles ein bisschen lockerer) hält nichts von der Abaya und ganz schlimm wurde es, als Mahmoud ankündigte, sich einen Bart wachsen zu lassen wollte. Bart? Das haben nur Fundis, Nadias Mutter war außer sich.

Karrierewunsch: Entwicklungszusammenarbeit

Nadia würde nach dem Studium gerne in der Entwicklungszusammenarbeit arbeiten, am liebsten in Afrika, am liebsten im Sudan oder in Ägypten, wo sie auch Familie hat. Sie hat sich bei der Islamischen Entwicklungsbank für ein Praktikum beworben und wollte sich eigentlich auch bei anderen internationalen Organisationen bewerben. Den Gedanken hat sie jetzt aber wieder verworfen, weil sie die Politik zum Beispiel der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds nicht gut heißen mag. Dass gerade das ein Grund wäre, sich für ein Praktikum dort zu bewerben, wie die Lieselotte gleich argumentierte (man sollte schließlich kennen, was man ablehnt - oder nicht? - dann kann man auch viel besser dagegen arbeiten), überzeugte sie nicht wirklich.

Karriere oder Kinder?

Und dann kam noch die Idee auf, nach dem Studium nur ein paar Monate zu arbeiten, um die Schulden, die sich durch den Studentenkredit angehäuft haben, abzubezahlen, und danach in ein mehrheitlich muslimisches Land zu gehen und dort den Islam zu studieren. "Finanziell versorgen muss mich im Islam mein Mann, Mahmoud, und das macht der auch. Von Gott werde ich dafür beurteilt, wie fest ich im Glauben bin und wie gut ich meine Religion kenne. Warum sollte ich meine Zeit also für Dinge verschwenden, die mich in dem, was wirklich zählt - nämlich das ewige Leben nach dem Tod - nicht weiterbringen? Außerdem muss ich doch auch meinen Kindern später die Religion beibringen können."

Oder doch lieber so?

Da hat die Lieselotte erst mal zu argumentieren angefangen. Dass sie natürlich ihre Religion kennen soll. Dass aber nicht jeder ein Gelehrter sein muss. Dass man auch neben dem Job den Islam studieren kann. Dass alles, was man tut, aus islamischer Sicht verdienstvoll sein kann, wenn man es mit der richtigen Absicht tut. Dass sie, mit der Ausbildung und der Berufserfahrung, die sie hat, etwas ändern könnte, da draußen - und dass das auch wichtig ist im Islam. Einen positiven Beitrag zu leisten nämlich. Dass das mit den Kindern nicht so wirklich ein Argument ist, weil man die ja erst mal kriegen muss und keiner sofort mit der religiösen Erziehung beginnt - das heißt: ausreichend Zeit, sein Wissen während der Schwangerschaft und in den ersten Jahren noch aufzufrischen.

Fragen

Am Anfang hat sie noch lebhaft widersprochen, aber je länger wir diskutierten und je mehr ich insistierte, desto nachdenklicher wurde sie. Nachdenklich wurde aber auch ich. Etwas zu ändern in der Welt, das ist mir wichtig, und ich will das auch mit meinem Beruf vereinbaren, aber kümmere ich mich auch ausreichend um die andere Seite?

Dienstag, 8. März 2011

Joerg Lau zum Islam in Deutschland

Ein erstaunlich guter Artikel von Joerg Lau zur "Gehoert der Islam jetzt zu Deutschland oder nicht?"-Debatte, die gerade durch unseren neuen Innenminister wieder belebt wurde, findet sich auf Laus Blog.

Der Text ist sehr lange, da Lau zusaetzlich noch einen Vortrag, den er kuerzlich hielt, mit rein kopiert hat, es lohnt sich aber tatsaechlich bis zum Schluss zu lesen!

Samstag, 5. März 2011

Die Soziologiestudentin

Sie kommt aus Italien, spricht ein ganz passables Englisch und sieht schlau aus. Sie ist jung, hübsch, hat eher helle Haut und kinnlange, leicht verwuschelte dunkelbraune Haare. Den Nacken hinunter schlängelt sich ein ganz kleiner, dünner geflochtener Zopf - "Rattenschwanz" haben wir das früher genannt. Sie trägt eine etwas zu große (aber das ist gerade modern) Brille mit dickem schwarzen Rahmen (das auch).

Unter dem braunen Strickpulli lugt ein lila Hemd hervor. Vor der Brust trägt sie eine Kette mit fünf dunklen Steinen, an den Armen außerdem eine Menge Armbänder, aus Stoff. Die Jeans sind leicht ausgefranst, dazu trägt sie braune Turnschuhe mit taubenblauen Schnürsenkeln. Vor ihr auf dem Boden liegt eine helle Stofftasche mit langen Henkeln und der Aufschrift Feminist Library Westminster.

An ihren Namen, den sie zu Beginn der Stunde erwähnte, erinnere ich mich nicht mehr, aber das sie anscheinend alle Texte, die für heute auf unserer reading list standen, nicht nur gelesen (da hapert's bei mir schon) sondern sogar verstanden hat, beeindruckt mich schwer.