Montag, 31. Mai 2010

Letztens gelesen (04)

Rajaa Alsanea: Die Girls von Riad. Roman. München / Zürich: Pendo, 2007.

Am Anfang war ich skeptisch.
Ein Buch über vier junge arabische Frauen, die "glücklich sein wollen, die lieben und leben wollen und die sich ihre Sehnsucht, ihr Begehren und ihre Freiheit nicht nehmen lassen" (so der Klappentext)? Hm, naja. Und dann wurde auch noch so ein Hype um das Buch und seine Verfasserin, die saudiarabische Medizinstudentin Rajaa Alsanea, gemacht... So kam es, dass ich das Buch, das 2007 in der deutschen Ausgabe erschienen ist und das wenig später hier bei uns zu Hause rumlag, erst vor einigen Wochen in die Hand nahm. Auf den ersten Seiten fand sich meine anfängliche Skepsis bestätigt: Das Buch ist in Form von E-Mails verfasst. Muss so was sein? Fünf Seiten später ist mir klar: Es kann. Zehn Seiten später will ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und schließlich lese ich es tatsächlich in nur drei oder vier Tagen runter.

Im Mittelpunkt der Handlung stehen vier junge Frauen der Oberschicht in Saudiarabien und ihre Erfahrungen mit der Liebe: Die eine heiratet und findet wenig später heraus, dass ihr Mann seit Jahren eine Freundin hat; die nächste wird von der Familie ihres Verlobten, die sie als nicht standesgemäßige Ehefrau betracht, um die Hochzeit mit dem Mann, den sie liebt, gebracht; die dritte gibt dem Drängen ihres Mannes nach und verbringt mit ihm nach der Eheschließung - aber vor der Hochzeitsfeier - die Nacht, was für ihn ein Grund zur Scheidung ist.

Hört sich nach Sex and the City auf Arabisch an? Es ist mehr. In einem der Großteil der Besprechungen in deutschen Medien wurde Rajaa Alsaneas Kritik an den Verhältnissen in ihrem Land als "halbherzig", "unentschlossen" bezeichnet und sie war schnell "die Revolutionärin, die keine sein will", weil man herausbekam, dass sie zwar kritisierte, sich aber nicht von ihrer Religion lossagen wollte. Dabei prangert sie unzweideutig die Unterdrückung der Frauen (und Männer!) in ihrem Land an. Nur den Gefallen, gleich das Kind mit dem Bade auszuschütten, tat sie dem unbefangenen Leser, der das vielleicht so erwartete, nicht: Sie betont an mehr als einer Stelle, dass es nicht der Islam als Religion ist, der für diese Missstände verantwortlich ist. Das schien einige deutsche Redakteurinnen, die in ihren Artikel und Reportagen oft Schwierigkeiten haben, zwischen Kultur und Religion zu unterscheiden, zu überfordern. Und auch die Mitarbeiter des Verlages, in dem meine Ausgabe erschienen ist, scheinen da nicht mehr ganz mitgekommen zu sein. So heißt es in der Kurzbeschreibung auf der Rückseite des Buches:
"Was heißt es für eine junge Frau in Saudi-Arabien, sich zu verlieben? Am Vorabend ihrer Hochzeit glaubt Kamra sich am Ziel ihrer Träume. Aufgewachsen mit Handy, Laptop und der neuesten westlichen Mode, bekommt sie schon bald die strengen Gesetze der Scharia zu spüren ..."
Dabei wird die Scharia in der Schilderung der Geschichte dieser Figur mit keinem Wort erwähnt: Kamra wird von ihrem Mann betrogen und, als sie dagegen aufbegehrt, geschieden - was mit der Scharia mal so ziemlich gar nichts zu tun hat bzw. eindeutig gegen sie verstößt.

Also: nicht abschrecken lassen vom Sex and the City-Touch und mittelmäßigen Klappentexten. Das ist ein tolles Buch, das hervorragend unterhält und gleichzeitig wesentliche Fragen stellt!

Samstag, 29. Mai 2010

Europäische Muslime

"Muslims in Europe or European Muslims?"
Dr. Tariq Ramadan / Bastiaan Verberne / Yasmin Sheikh
London, Großbritannien, 22. April 2010

Und dann war da noch der Abend mit Tariq Ramadan.
Mein Freund Karlotto, den ich aus Palästina kenne und der zurzeit eine Ausbildung zum Rechtsanwalt in London absolviert, hatte mich dazu eingeladen. Das Thema hörte sich nur mäßig interessant an, "Muslims in Europe or European Muslims?", aber Tariq Ramadan, den wollte ich schon seit langem mal live sehen. Das Lieschen würde ich mitnehmen und auch wenn ich fest entschlossen war, mich am Eingang nicht abweisen zu lassen, machte ich mir doch Gedanken, wie die Veranstalter auf einen Besucher mit Kleinkind im Arm reagieren würde. Kein Problem, wie sich herausstellte: Die Projektkoordinatorin, die unsere Namen auf der Gästeliste abhakte, hatte eine Tochter im selben Alter: Kind verbindet.

Wie erwartet sprach Tariq Ramadan sehr gut, aber sagte für jemanden, der sich seit Jahren mit dem Thema beschäftigt, wenig Neues. Die Quintessenz seines Vortrags war dann auch: Wir sind europäische Muslime, natürlich, schon seit langem - diese Art von Fragen ("bist du Muslim? Europäer? Was ist dir wichtiger? Bist du auch wirklich integriert?") müssen wir überwinden und eigene Fragen stellen ("Und du? Bist du Christ oder Deutscher? Was heißt denn eigentlich 'Integration' und in was wollt ihr die Leute eigentlich integrieren?"), weil es um Partizipation geht, integriert sind die Leute schon. Ich wollte sagen, dass er sicherlich integriert ist, ich auch (sowieso) und alle meine muslimischen Freunde auch - aber das es eben doch manche gibt, die es nicht sind, die es nicht sein wollen und die sich abwenden von dieser Gesellschaft: Zum Beispiel Jan und Alexandra, die Muslime wurden und zu den Taliban nach Afghanistan auswanderten. Aber dann habe ich mich doch nicht zu Wort gemeldet.

Nach Tariq Ramadan hat ein junger holländischer Konvertit mit blonden Locken vom Ramadan Festival in den Niederlanden erzählt, das ein Riesenerfolg gewesen zu sein scheint. Er schien angenehm offen, unkompliziert und direkt, das hat mir sehr gut gefallen. "Der Islam hat im Westen ein Imageproblem", klingt mir noch im Ohr, "it's all about PR". Cool war auch die junge britische Sozialarbeiterin, deren Eltern eingewandert waren und die jetzt mit Jugendlichen in einem so genannten schwierigen Viertel arbeitet und nach dem Konvertiten die dritte Rednerin an diesem Abend war.

Beim anschließenden Empfang ließ ich mir von Karlotto das britische Ausbildungssystem für Juristen erklären (Tariq Ramadan war schon wieder verschwunden), sah zu, wie der blonde Konvertit von Kristiane Backer angesprochen wurde - die war nämlich auch dort und hatte während der Veranstaltung zwei Reihen vor mir, dem Lieschen und Karlotto gesessen. Dann kam ich mit einer jungen Frau ins Gespräch, deren Eltern einst aus Pakistan gekommen waren und die heute in London als Rechtsanwältin arbeitete. Woher ich denn käme. "Aus Deutschland?", sie sah mich mit riesigen Augen an. "O Gott, wie ist es dort als Muslimin zu leben??" - "Äh, naja ..." (Was soll man denn auf so eine Frage antworten.) - Ob es Diskriminierung gäbe? - "Hm, ja, naja", so im Alltag nicht unbedingt immer, aber bestimmte Berufe kann man eben nicht oder nur kaum ausüben. - "Mein Gott, das ist so mutig von dir! Du trägst Kopftuch in Deutschland!! Ich könnte es mir wirklich in keinem anderen Land in Europa vorstellen, Kopftuch zu tragen als in Großbritannien..." - Hä? Ich war so perplex angesichts ihrer Reaktion, dass ich erst viel später darauf kam, dass sie wohl an Marwa El-Sherbini gedacht hat. Der Mord an der jungen Frau scheint uns Deutschen unter Muslimen im Ausland mehr bad publicity eingebracht zu haben als ich es für möglich gehalten hätte.

Ein bisschen später packte ich das Lieschen ein, verabschiedete mich von den jungen Frauen, die Karlotto und ich auf der Veranstaltung kennen gelernt hatten, und die - ob mit Kopftuch oder ohne - alle gut ausgebildet, beruflich erfolgreich und hübsch anzusehen waren, und machte mich auf den Weg zur nächsten U-Bahn-Station, es war schon spät geworden.

Nachgezählt

Wie kommt es eigentlich, dass auf der Literaturliste, die auf der Internetpräsenz der Deutschen Islamkonferenz veröffentlicht ist, von 40 Publikationen über den Islam nur 5 von muslimischen Autoren (mit)verfasst wurden? Haben Muslime zum "Islam in Deutschland" und "Einführungen zum Islam" nichts zu sagen? Gibt es keine muslimischen Autoren, die zu diesen Themen veröffentlicht haben? (Doch.) Kennt man die im Innenministerium nicht? Traut man den Autoren nicht zu, einen Einblick ins Thema zu geben? Habt ihr noch nichts von Murad Wilfried Hofmann gehört, von Muhammad Salim Abdullah, Amir Zaidan, Ahmad von Denffer, Hadayatullah Hübsch ...? Wer hat diese Liste erstellt? Würdet ihr euch so auch über die Situation - sagen wir: der christlichen Minderheit in Ägypten informieren? Indem ihr ganz viele ägyptische Muslime und ein paar, wenige, nicht viele ägyptische Christen befragt?

Und, aber das nur nebenbei: Was soll die Liste von türkischen und arabischen Wörterbüchern? Gut, es kann helfen, den Islam zu verstehen, wenn man einen grundlegenden Überblick über die arabische Sprache hat. Aber warum dann Türkisch? Weil hier so viele Muslime Türken sind? Na toll. Muss man die Bosnier nicht verstehen? Die Albaner? Iraner? Afghaner? Pakistanis? Berber?

Nee. Muslime = Türken oder Araber. Und Ahnung über den Islam haben nur (na gut: vor allem) die Nichtmuslime. Danke, Islamkonferenz, ich dachte, solche Vorurteile solltest du helfen abzubauen!

Freitag, 28. Mai 2010

Yunus darf nicht beten

... berichtet heute.de:
"Eine Berliner Schule darf einem muslimischen Schüler das öffentliche Gebet in der Schule verbieten. Das hat das zuständige Oberverwaltungsgericht entschieden. Glaubensfreiheit anderer Schüler, Elternrechte und Schulfrieden könnten gestört werden."
Mir ist nicht ganz klar, inwiefern fünf, höchstens zehn Minuten, die der Junge während der Mittagspause in einem von der Schule dafür eingerichteten, separaten Raum verbringen würde, den Schulfrieden stören könnten. Bei uns an der Uni gab es einen "Raum der Stille", der explizit Angehörigen aller Religionen und Weltanschauungen offen stand. Da haben die Muslime gebetet genauso wie Christen der unterschiedlichen Denominationen, der Raum stand allen offen. Ich bin jetzt schon seit einem Weilchen nicht mehr an der Uni, aber wenn es dort deswegen zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen wäre, hätte ich davon sicherlich erfahren...

Und wenn es dieser Direktorin tatsächlich um das Neutralitätsgebot in der Schule geht, müsste sich die Schule dann nicht erst recht aus dieser Sache heraushalten anstatt ihren Schülern quasi vorzuschreiben, ob sie zu beten haben oder nicht? Wieso gibt es dann Weihnachtsfeiern, Osterferien, gilt es da nicht, das "Neutralitätsgebot"?

Der Staat sollte tatsächlich neutral in Fragen der Religion sein (so weit das eben möglich ist), aber hier wurde ja nicht gefordert, dass die Schuldirektorin das Gemeinschaftsgebet anführt ... sondern dass sie die, die beten möchten, beten lässt. Wenn sie nicht beten möchte, ist das ihre Sache, aber ihren Willen anderen aufzwängen zu wollen, ist unsagbar.

Was die soziale Dimension angeht, ist die Sache auch ziemlich simpel: Religion ist ein Teil des Lebens. Für manche ist sie sehr wichtig, für andere weniger, für die nächsten vollkommen irrelevant. Was dann zu tun ist, ist doch nicht, vorzugeben, wir wären alle gleich und es gäbe keine Unterschiede, sondern Widersprüche zuzulassen und diese dann bei Bedarf zu thematisieren. Zu glauben, dass Verbote dieser Art Konflikte vermeiden, ist jedoch sehr naiv - und auch schade, schließlich entgeht den Pädagogen damit eine Möglichkeit den Themenkomplex Toleranz, Religionsfreiheit und gegenseitigen Respekt an einem praktischen Beispiel zu behandeln.

Donnerstag, 27. Mai 2010

Neulich auf Facebook

"Alice Sznaider Weiss heute um 11 heulen sirenen im ganzen land... general probe fuer den krieg... und ich sitz im buero ohne schutzraum und ohne bunker in sicht LOL
15 hours ago . Comment . Like
Claude Weiss likes this.
Alice Sznaider Weiss ok hab den bunker gefunden ! um 11 sitz ich im bunker!
15 hours ago
Noah DasOriginal keller geht auch im notfall
8 hours ago
Noah DasOriginal aber schon hart das man immer damit rechnen muss..einfach schade
8 hours ago
Alice Sznaider Weiss ja der Bunker hier im gebaeude war im Keller, lol, ja ist traurig, aber diese "Probe" findet jedes jahr statt, wenn nicht jedes halbe jahr... wie geht es dir noah ?! was machst du so?!
8 hours ago
Noah DasOriginal Ach..man lebt!Beende grade die realschule und versuch mich danach am abi;) Du Glückliche bist ja angekommen, wo du hinwolltest;)
7 hours ago"

Sonntag, 23. Mai 2010

Selbstversuch mit Kopftuch

Wie ist es eigentlich, in Deutschland mit einem muslimischen Kopftuch unterwegs zu sein? Das heißt: wie ist es wirklich, wie empfinden es die Frauen, die es tragen - und nicht: was meinen die, die glauben, zu wissen, wie es ist?

Diese Frage haben in der Zwischenzeit schon einige Journalistinnen versucht zu beantworten - indem sie sich einfach selbst ein Tuch um den Kopf geschlungen haben und dann losgestiefelt sind. Die ganz Harten nehmen gleich die Burka - wobei Bérengère Lefranc, die damit zuletzt in den Medien Aufsehen erregte, Künstlerin und keine Journalistin war.

Ein ganz besonders gelungener Artikel über eben einen solchen Selbstversuch (nur mit Kopftuch allerdings, nicht mit Burka) fand sich vor ein paar Wochen in den Stuttgarter Nachrichten. Erstaunlich, über welche Selbstreflexivität die junge Autorin verfügt - und das mit gerade einmal 17 Jahren!

Samstag, 22. Mai 2010

Freitag, 21. Mai 2010

Wairis Dirie

In einem Interview in der taz-Ausgabe vom 20. Mai erklärt Wairis Dirie, wie sie denkt, dass es zu einer gesellschaftlichen Veränderung in Afrika kommen kann. Warum man sich in der Fremde fremd fühlt. Was sie von der Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika hält. Und was sie zur Genitalverstümmelung bei Frauen denkt:
"Mit Religion hat die Verstümmelung übrigens nichts zu tun, der einzig wahre Grund und Zweck ist die Unterdrückung von Frauen. Es ist die brutalste Form der Unterdrückung."
Da fragt sich Lieselotte: Wenn Wairis Dirie das weiß, warum hat das jemand wie, sagen wir, Ayaan Hirsi Ali bis heute nicht verstanden?


Donnerstag, 20. Mai 2010

Spaziergang

... durchs Flüchtlingslager:

Wie lebt es sich eigentlich, als Flüchtling in Palästinas Norden? Wie sieht der Alltag dort aus und wie war es damals, als man aus Jaffa bei Tel Aviv Richtung Nablus vertrieben wurde? BR-Korrespondent Richard Schneider sucht nach Antworten.

Mittwoch, 19. Mai 2010

Yassir

Was für eine Logik das ist, nach der einer, der in Deutschland geboren und aufgewachsen ist, nach über 35 Jahren plötzlich abgeschoben werden kann, in das Land, aus dem seine Eltern vor mehr als 40 Jahren mal gekommen waren - das habe ich noch nie verstanden.

Das ist Yassirs Geschichte
.

Nein, und auch die gut gefüllte Kriminalakte kann da kein Argument sein. Der, den sie los werden wollen, hat ihr gelebt, ist hier zur Schule gegangen, wurde hier sozialisiert. Es sind deutsche Lehrer, deutsche Sozialarbeiter, deutsche Polizisten und Bewährungshelfer, die hier (neben den Eltern natürlich) versagt haben. Das Problem ist hausgemacht, es ist ein deutsches Problem. In Frankreich wäre jemand wie er schon lange Franzose, die Option der Abschiebung ("weg damit!") bestünde damit gar nicht.

Das ist Yassirs Geschichte, und sie wird nicht schöner dadurch, dass der 36-Jährige eine Frau und zwei kleine Kinder hat, die (als Deutsche) hier leben und das Recht haben, mit ihrem Mann bzw. Vater zusammen zu leben.

Solche Abschiebungen dürfte es nicht geben, und diese Abschiebung macht auch aus der Perspektive des Staates, der für Recht und Ordnung sorgen möchte, keinen Sinn: Es sind Leute wie eben dieser junge Mann, der Schläger, Räuber, Dealer war, sich losgesagt hat und heute als erfolgreicher Rapper vor einem Weg wie seinem warnt, mit dem man an Jugendliche mit einem ähnlichen Hintergrund kommt. Kriminalitätsprävention wollt ihr machen? Ja, mit wem denn?

Dienstag, 18. Mai 2010

Schnee von ...

... gestern: Am Montag ist die Deutsche Islamkonferenz nach einiger Polemik im Vorfeld (Lieselotte berichtete) in die zweite Runde gestartet. Wer jetzt tatsächlich mit am Runden Tisch sitzt, lässt sich hier nachlesen. Freude: Sie haben doch tatsächlich eine junge Kopftuchmuslima dabei!

... gestern war auch der Internationale Tag gegen Homophobie. Für so manchen Muslim, der (wie so viele) unter einer extremen Form der Homophobie leidet, wäre das ein schöner Anlass gewesen, um mal die eigenen Vorurteile kritisch zu überprüfen.

... vorgestern: Am Sonntag verweigerten israelische Grenzbeamte dem US-amerikanischen Wissenschaftler Noam Chomsky die Einreise ins Westjordanland. In der Zwischenzeit ist von einem "Missverständnis" die Rede, natürlich dürfe Chomsky einreisen - bei einem Prominenten schauen Presse und Öffentlichkeit also genau hin.

... vorgestern konnte Clotilde Reiss nach über zehn Monaten Haft in iranischen Gefängnissen Teheran endlich verlassen. Sie schien erleichtert, wieder in Frankreich zu sein, erinnerte aber gleichzeitig an ihre ehemaligen Mithäftlinge, die noch immer sitzen oder hingerichtet wurden.

Deshalb heute: mal wieder an alle denken, die zu Unrecht in Gefängnissen im Iran (und sonst auf der Welt) sitzen, die angefeindet und diskriminiert werden, die unter Besatzung leben und sich im eigenen Land nicht frei bewegen können.

Montag, 17. Mai 2010

Und das meint Jörg Lau...

Jörg Lau, von dessen Einstellung und Meinung zum Islam, den Muslimen und der so genannten muslimischen Welt ich übrigens meist nicht allzu viel halte, ist also der Meinung, dass es gar nicht so schlecht ist, wenn Verbände wie der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) bei der Islamkonferenz nicht mehr dabei sind. Die seien nämlich sowieso nicht repräsentativ für die Muslime in Deutschland und wollten nur ihren Einfluss sichern.

Ich kann mir gut vorstellen, dass es dem einen oder anderen (oder sogar mehreren) der islamischen Verbandsfunktionäre sehr um den Einfluss der eigenen Organisation geht. Das ist eigentlich meistens bei Institutionen der Fall; es wäre naiv zu glauben, dass die Muslime davon verschont bleiben (auch wenn sie's natürlich sollten).

Aber trotzdem: Ich halte nichts von Exklusion. Wenn, dann sollten alle mitmachen dürfen. Und wenn eine Gruppe beleidigt absagt, dann müssen sich alle, auch die, die übrig bleiben, fragen, was denn da schief gelaufen ist.

Außerdem mag es sein, dass Jörg Laus Kritik an den Verbänden (unrepräsentativ, undemokratisch, nicht kompetent) teilweise berechtigt ist. Durch ein "Pech gehabt! Jetzt halt ohne euch", das man den ZMD hinterher ruft, stößt man aber bestimmt keine Veränderungen an.

Sonntag, 16. Mai 2010

Quote of the Day

"If you are neutral in situations of injustice, you have chosen the side of the oppressor.

If an elephant has its foot on the tail of a mouse and you say that you are neutral, the mouse will not appreciate your neutrality."

Desmond Tutu

Samstag, 15. Mai 2010

Übrigens

Die Hebammen haben es geschafft: In nur drei Tagen haben sie es tatsächlich hinbekommen, die 50.000 Unterschriften zu sammeln, die nötig waren, um ihr Anliegen vor den Petitionsausschuss des Bundestages zu bringen.

Zugegeben: Ich war skeptisch, ob man tatsächlich 50.000 Unterschriften zusammen bekommt.

(Dabei ist 50.000 nicht viel ... wenn man bedenkt, dass in Deutschland jedes Jahr um die 600.000 Kinder von etwas weniger als 600.000 Müttern geboren werden - so gut wie alle mit Hilfe einer Hebamme, so einige in einem der ausschließlich von Hebammen betreuten Geburtshäuser.)

Die Petition kann noch bis Mitte Juni unterzeichnet werden. Mehr Infos gibt es hier.

Freitag, 14. Mai 2010

Kleiderfragen

Gestern, in einer großen deutschen Stadt. Lieselotte sitzt in ihrem schicken neuen Minikleid (dem hellroten, mit den bunten Streifen) vor der Pizzeria, das Lieschen schläft neben ihr im Buggy. Eine Frau, so um die 50, mit langen schwarzen Haaren und grauen Augen läuft in Begleitung eines vielleicht zehn Jahre älteren Mannes, der seine langen hellgrauen Haare in einem Zopf zurückgebunden über einer schwarzen Lederjacke trägt, an ihr vorbei. Sie sieht Lieselotte etwas zu lange an, so lange, bis das Sehen zu einem Starren wird. Lieselotte guckt zurück.

Die Frau (zu dem Mann, aber laut genug, dass Lieselotte es hören kann): "Also, das die so mit ihrem Minikleid rumlaufen müssen...!"
- Kurze Pause, Lieselotte begreift, dass die Frau etwas zu laut gesprochen hat, als dass damit nur der Mann gemeint wäre -
Lieselotte: "Naja ... jedem das Seine, oder?!"
Die Frau (bleibt kurz stehen, sieht Lieselotte an): "Nein! Das macht ihr doch nur für die Männer!"
Lieselotte (während die Frau schon wieder weiter läuft): "Das wissen Sie doch gar nicht, ob ich das für die Männer trage..."
Die Frau: "Doch, das hat mir eine Türkin letztens gesagt!"
Lieselotte: "Ich bin aber keine Türkin..."
Aber da war sie schon weg, die Frau.

So. Und jetzt tauschen wir das Wort das Minikleid gegen das Kopftuch aus - und ihr wisst, was mir gestern Abend passiert ist...

Donnerstag, 13. Mai 2010

Islamkonferenz, quo vadis?

So, jetzt ist es amtlich: Bei der bevorstehenden zweiten Runde der Deutschen Islamkonferenz wird auch der Zentralrat der Muslime (ZMD) nicht teilnehmen. Der Islamrat darf nicht, der Zentralrat will nicht: viel bleibt da nicht übrig, zumindest vom organisierten Islam nicht. Und eine Islamkonferenz ganz ohne Moscheevereine? Na, ich weiß ja nicht. Es bleibt auf jeden Fall sehr spannend zu sehen, wie der Organisator der Konferenz, Innenminister de Maizière auf diesen angekündigten Rückzug des ZMD reagieren wird.

Jetzt wird deutlich, was passiert, wenn man sich auf einen etwas zu großen Spagat einlassen will, alle zufrieden machen möchte und dabei selbst anscheinend gar nicht so genau weiß, was man eigentlich will: Am Ende ist keiner zufrieden und alle meckern, die anderen wollten den Dialog nicht, die wichtigen Themen würden nicht angesprochen.

Für den Innenminister und seine Mitarbeiter könnte das Zeichen, dass der ZMD mit seiner Absage gesetzt hat, die Möglichkeit bieten, die bisherige Vorgehensweise neu zu überdenken und sich klar zu machen, was man eigentlich will: eine Islamkonferenz, eine Muslimekonferenz, eine Migrantenkonferenz, eine Integrationskonferenz, - ja was denn?!

Ohne die Moscheeverbände unter dem Namen Islamkonferenz weiter zu machen wäre jedenfalls der falsche Schritt, meint Lieselotte. Oder könnt ihr euch eine Christentumkonferenz ohne kirchliche Vertreter vorstellen?

Mittwoch, 12. Mai 2010

Sana'a

Als ich zum ersten Mal ein Bild der Altstadt von Sana'a, der Hauptstadt des Jemens gesehen habe ...

... dachte ich, das gibt es nicht, das kann nicht sein, dass ein Ort tatsächlich so sehr alle Klischees von 1001 Nacht bestätigt. - Aber so sieht es wirklich aus, wie aus 1001 Nacht, nicht?

Dienstag, 11. Mai 2010

Tomi Ungerer

Musée Tomi Ungerer. Centre international de l'Illustration
Strasbourg, Frankreich

Strasbourg ist eine schöne Stadt, mit den vielen kleinen von Fachwerkhäusern gesäumten Sträßchen im Stadtinneren, den großzügigen Stadtvillen mit uraltgewachsenen Bäumen davor etwas weiter draußen, den zahlreichen Kanälen und Brücken dazwischen. Im Frühling ist die Stadt besonders schön, vor blauem Himmel und strahlender Sonne macht sich die Umgebung besonders gut.

Anfang April war ich das letzte Mal dort und für diesen Besuch hatten wir uns das Tomi-Ungerer-Museum ausgesucht. Tomi Ungerer ist einer dieser Künstler, deren Namen man nicht unbedingt kennt (jedenfalls ging es mir so), deren Werke einem aber gut bekannt sind. In der umfassenden Ausstellung im eigens dafür eröffneten Centre international de l'Illustration ist Kunst von Ungerer aus den Jahren 1957 bis 2007 ausgestellt: Kinderbuchzeichnungen finden sich dort, Poster Art, satirische Zeichnungen, politische Werke und Fotografien, anhand derer das Leben des Künstlers nachgezeichnet wird. Die Zeichnungen mit dem Vermerk "Wir machen den Besucher darauf aufmerksam, dass manche Werke schockierend sein können, besonders für junges Publikum" finden sich im Keller: zum Beispiel das "Frosch-Kamasutra".

Interessant schien mir besonders der Lebensweg des Künstlers, der ihn aus dem Elsass, wo er von deutscher, französischer und alemannischer Kultur geprägt wurde, über das New York der 1960er und die kanadische Provinz nach Irland führte. Dort lebt er heute, und in Frankreich.

Zeitgenössische Kunst ist nicht immer und für jeden was, aber diese Ausstellung hat mir wegen ihrer Vielfalt gut gefallen. Gleichzeitig waren zu jedem thematischen Bereich nicht zu viele Werke ausgestellt, so dass man sich in der Ausstellung trotzdem nicht verlor. Und eigentlich lohnt sich ein Besuch allein schon wegen des Gebäudes und seiner Innenarchitektur, die ganz in Weiß gehalten sehr etwas hermachte.

Außerdem: freundliche, auch deutschsprachige (naja, Strasbourg eben) Museumsangestellte, ein behindertengerechter Zugang, Ausleihbuggys innerhalb des Museums, mit 5 EUR ein noch moderater Eintrittspreis (reduziert sind es sogar nur noch 2,50 EUR).

Fazit: Der Besuch lohnt sich, auch mit Kindern, die man dann eben in der Kinderbuch-, Comic- und Zeichentrickabteilung parkt.

Montag, 10. Mai 2010

Terrorismus in Europa

2009 gab es in der EU 294 Terroranschläge (fehlgeschlagene und vereitelte Anschläge mit eingerechnet).

"294 Terroranschläge! Um Gottes Willen, das wird ja immer schlimmer mit diesen Islamisten, diese Moslems, der radikale Islam - Hätten wir doch auf Henryk Broder hören sollen?" - "294 Terroranschläge! Ist es wirklich schon so weit gekommen?! Das ist ja fast jeden Tag einer!" - "294 Terroranschläge? Europa muss endlich aufwachen! Man muss doch was tun gegen diese Radikalen!"

294 Terroranschläge. Ja, man muss etwas tun. Gegen diese radikalen ... Separatisten. Linksextremisten.

Von den 294 Anschlägen war einer islamistisch motiviert. Vier rechtsextremistisch. 4o gehen auf das Konto von Linksextremisten und hinter knapp 240 der Attentate stehen Separatisten, die für die Unabhängigkeit ihrer Region kämpfen.

Jaaa ... sie ist schon beachtlich, die Gefahr durch den islamistischen Terrorismus in Europa, nicht wahr?

Sonntag, 9. Mai 2010

Oh nee

Gerade gesehen: Hier kann man T-Shirts mit der Aufschrift "Soldier of Islam" kaufen. Das ganze soll dann wohl cool und hip sein, so à la "modern Muslim" und so.

"Soldier of Islam" - Leute, geht's noch? Das könnt ihr doch nicht bringen, bei dem Bild, das man hier von uns Muslimisten eh schon hat!!

Ja, ich weiß, wie ihr das meint, ihr auch, aber was ist mit Otto-Normaldeutscher, John-Durchschnittsengländer, Sophie-Typischefranzösin?

Mann-o-mann-o-mann. Manchmal fragt man sich wirklich...

Samstag, 8. Mai 2010

Freitag, 7. Mai 2010

Donnerstag, 6. Mai 2010

HipHop für den Frieden

HipHop hatte immer mal wieder seine gesellschaftskritischen Momente. In den USA gab es Public Enemy, für Frankreich fällt mir zum Beispiel Keny Arkana ein, in Deutschland gab es mal die Brother Keepers (und andere, natürlich) und selbst ein Mann wie 2Pac, der Musik vor allem über Party, Sex, Gewalt und Geld gemacht hat, hat Lieder wie Keep Ya Head Up, in denen er für Frauenrechte rappt... In Palästina gibt es DAM (Lieselotte berichtete) und Somalia hat Waahyaha Cusub, die sich aus dem Exil gegen die Islamisierung à la Shabab ihres Landes wehren. Mehr dazu auf der aktuellen Folge des Afrika-Videoblogs der ARD.

Besonders cool finde ich die Frau mit Niqab, die da vor der Kamera Stellung bezieht. - Hoppala, sie hält ja gar nicht vom Denken ab, die "Burka"...!

In diesem Video der Gruppe haben sie sogar eine kopftuchtragende Muslima mit dabei, die singt und sich vor der Kamera bewegt wie ... naja, wie eine dieser amerikanischen R&B-Sängerinnen. - Huch, sind sie eben doch nicht gleich, alle Kopftuchmusliminnen?

Mittwoch, 5. Mai 2010

Hebammenprotest

Heute ist der Internationale Hebammentag.

Der steht dieses Jahr ganz im Zeichen einer Protestaktion des Deutschen Hebammenverbands, die sich gegen die geplante Haftpflichtprämienerhöhung richtet, die vielen Hebammen die Existenzgrundlage entziehen würde. Ab Juli 2010 soll die Verordnung in Kraft treten. Im Krankenhaus mag man dann zwar noch auf Hebammen treffen, aber eine von ihnen betreute Hausgeburt oder eine Entbindung im Geburtshaus könnte dann schon bald nicht mehr so möglich sein, wie es zurzeit noch der Fall ist.

Dabei fällt schon heute ins Auge, wie wenig die, die jede Entbindung begleiten (ein Arzt alleine darf gar keine Geburt leiten), für ihre Arbeit bekommen: keine 240 Euro für eine Geburt im Krankenhaus, weniger als 450 Euro für eine Geburt im Geburtshaus und nicht mal 540 Euro für eine Hausgeburt. Wäre es dabei nicht im Interesse der Mütter, der Kinder und auch der Väter auf gut bezahlte, ausgeruhte, zufriedene Geburtsbegleiterinnen im Geburtszimmer zu treffen? Dass das Wohlbefinden der Frauen eine Auswirkung auf den Geburtsverlauf hat, ist kein Geheimnis. Dass das vor allem durch eine liebevolle, individuelle Betreuung erreicht werden kann, dürfte jetzt auch nicht überraschen.

Wieso also schauen wir dann zu, wie Hebammen so schlecht bezahlt werden, dass man davon kaum leben kann? Wieso sagen wir nichts, wenn Krankenschwestern auf der Wöchnerinnenstation acht Stunden ohne Pause durcharbeiten, weil für Pausen keine Zeit ist? Sollte nicht auch in Zukunft jede Frau selbst entscheiden können, wo sie ihr Kind auf die Welt bringen möchte, sei es nun im Krankenhaus, zu Hause oder im Geburtshaus?

Die Petition der Hebammen kann hier unterschrieben werden.

Dienstag, 4. Mai 2010

Hilarious

Köstlich: dieser Artikel der jüdischen Britin Deborah Ross, die einen Tag lang die führenden Köpfe der British National Party (BNP) beim Stimmenfang begleitet hat.

Montag, 3. Mai 2010

Sonntag, 2. Mai 2010

Der letzte Abend

An meinem letzten Abend in London war ich bei Amirdamoon und Jeanettesophie zu Besuch. Er kommt aus dem Iran, hat dort auch studiert und arbeitet nun seit drei Jahren bei einer amerikanischen Firma in London. Sie ist Journalistin, wir kennen uns vom Studium in Paris und im Nahen Osten waren wir auch zusammen unterwegs. Sie ist Französin, hat schon in der Schule Arabisch gelernt und spricht es in der Zwischenzeit fließend. In London hat sie in der Arabischen Redaktion eines Fernsehsenders gearbeitet, jetzt will sie aber wieder zurück nach Paris, London ist nicht ihre Stadt. Amirdamoon wohnt in einer kleinen Wohnung, die einem Verwandten gehört. Das Viertel ist nett: fünf Minuten sind es zur nächsten tube-Station, ein- bis zweistöckige Häuschen säumen die kleine Hauptstraße, an der persische Cafés liegen, eine kleine Pizzeria, arabische Obst- und Gemüsehändler, eine kleine Autowerkstatt, brasilianische Kramerläden und John's Butcher Shop.

Nach dem Essen, Amirdamoon hatte gekocht (und bis auf den hellbeigen Teppich, der mir in Kombination mit dem Lieschen, dass darüber in Tomatensauce geschmorte Auberginen aß, nicht ganz geheuer war, war das ganz wunderbar), saßen wir auf dem weißen Ledersofa und dann rief Amirdamoons Neffe an. Der war 18, auch aus dem Iran, seit kurzer Zeit zum ersten Mal in London, und berichtete jetzt am Telefon aufgeregt von seinem ersten Kuss. Und Amirdamoon lachte und erzählte, dass eben dieser Neffe sich vor einer Weile für die Bibelstunde angemeldet hatte, weil es hieß, dort gingen die hübschen Mädchen hin. Und als der Kurs nach einigen Wochen vorbei war, meinte der Neffe, er habe das noch nicht alles ganz richtig verstanden und würde deshalb gerne noch einmal an dem Kurs teilnehmen, noch einmal fünf Wochen mit den Mädchen. Auf Persisch heißt Jesus "Issa", von "Dschiiiiii-sös" hatte der Neffe noch nichts gehört und fragte dann allen Ernstes am Ende des Kurses, was das denn bitte sei.

Irgendwann haben die beiden noch Karamellpudding gemacht, Amirdamoon hat seinen Hafis-Band herausgeholt und für Jeanettesophie einen Vers herausgesucht und ihn ihr ins Englische übersetzt, weil Persisch spricht sie nicht, und dann sind wir auch bald ins Bett gegangen, es war nämlich schon spät.

Samstag, 1. Mai 2010

Gibt's das?

Deutsche Muslima (nicht: deutsch-tuerkische Ex-Muslimin; nicht: deutscher Islam-"Experte", der noch nicht mal weiss, wie man "Scharia" ins Deutsche uebersetzt; nicht: libanesischer Christ, den man halt mal zu seiner Meinung zum Islam fragt) schreibt in deutscher Zeitung ueber Muslime und Islam - gibt's das? Ja. Manchmal. Selten.

Deutsche Muslima schreibt in anerkannter deutscher Qualitaetszeitung (nicht: in im Selbstverlag herausgegebener Vierblaettler des lokalen Verbands arabischer Geistes- und Sozialwissenschaftler; nicht: in obskurer linker Internetzeitung; nicht: in so nem Blog wie diesem hier) ueber Muslime und Islam - gibt's das? Ja. Manchmal. Hin und wieder.

Deutsche Muslima, die selbst Kopftuch traegt (nicht: die meint zu wissen, wie es sich unterm Kopftuch anfuehlt, ohne selbst die Erfahrung gemacht zu haben, es in Deutschland zu tragen; nicht: die meint, fuer diese Frauen sprechen zu muessen, als koennten sie das nicht selbst tun) schreibt in anerkannter deutscher Qualitaetszeitung ueber Muslime und Islam und wie es so ist, als die, die sie ist, in Deutschland unterwegs zu sein - gibt's das? Jaaaaa, naja, soll schon mal vorgekommen sein. Oder?

Und jetzt: eine Kolumne einer solchen jungen Frau, die alle 14 Tage erscheint und in der nur sie ueber nur dieses Thema schreibt - na, was meint ihr?

Ja.

Seit ungefaehr zwei Wochen findet sich in der taz eine Kolumne namens "Das Tuch" (vom Titel bin ich nicht ganz ueberzeugt, aber gut...), in der eine junge Frau namens Kübra Yücel (Lieselotte berichtete) alle 14 Tage ueber Islam, Muslime und so weiter schreiben wird.

Find ich gut, find ich richtig gut.