Freitag, 30. April 2010

Off the record

Ist halt schon doof, wenn man mitten im Wahlkampf nur ein paar Tage vor der Wahl, die entscheidend sein wird, als derzeitiger Premierminister, der dafür kämpft, seinen Posten auch in den nächsten Jahren noch inne haben zu können, freundlich mit einer potentiellen Wählerin plaudert - und sie dann, sobald man meint, keiner höre mehr zu, als "Heuchlerin", das Gespräch als "lächerlich" bezeichnet.

Noch doofer, wenn eben doch jemand zuhört - und nicht nur jemand, sondern ein Trupp Journalisten.

Am doofsten, wenn diese Journalisten nicht nur mitgehört haben, sondern das Gespräch außerdem noch auf Band aufgenommen ist. Und dann nur etwas später der Nation präsentieren.



Sechs Tage bleiben bis zur Wahl in Großbritannien. Ob das noch was wird mit Gordon Brown?

Donnerstag, 29. April 2010

Outlandish

Outlandish: Aicha

Noch mal Muslim-Pop: Outlandish hatten mit Aicha 2003 einen Riesenerfolg, genau wie 7 Jahre vorher der algerisch-französische Sänger Khaled mit der Originalversion. In der Zwischenzeit sind beide Versionen Klassiker.

In Fikrun wa fann habe ich mal einen Artikel gelesen, der die Texte und Videos der beiden Interpretationen verglichen hat und zu dem Schluss kam, dass Khaleds Version damals viel "fortschrittlicher" war als die von Outlandish. In Khaleds Lied fordert die Frau ziemlich deutlich ihre Rechte ein, während sie bei Outlandish nicht selbst zu Wort kommt und nur als geheimnisvolle, brave Schöne beschrieben wird, die Lehrerin ("typischer Frauenberuf") wird, sich um ihre Kinder sorgt und auf einen männlichen Beschützer angewiesen ist. Der Autor hat diese Ansicht ziemlich plausibel wirkend beschrieben, es machte Sinn, aber wollte irgendwie gar nicht zu dem positiven Bild passen, dass ich von der Outlandish-Version von Aicha im Kopf hatte. Ich mag das Lied trotzdem noch.


Outlandish - Aicha
Hochgeladen von eurorap. - Entdecke weitere Musik Videos.

Zum Lesen, Mitsingen, Nachdenken: der Text der Version von 1996 und von 2003.

Mittwoch, 28. April 2010

I like Hagen Rether

... auch wenn dieser Auftritt schon eine Weile her ist:

Dienstag, 27. April 2010

London ist mein neues Paris

Die gleiche Grossstadtatmosphäre. Die Hektik, das mäandernde U-Bahnsystem, das man selbst im Deutschen mit dem Namen aus der Fremdsprache ("metro", "tube") bezeichnet. Das gleiche Verkehrschaos auf den Strassen - wenig zu lachen für Fahrradfahrer und Fussgänger. Eine Weltstadt, Zentrum des jeweiligen Landes, in politischer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht. Die gleichen Menschen von überall in den Strassen. Multikulti at its best. Tradition, jahrhundertealte Gebäude, daneben Wolkenkratzer und moderne Geschäftsviertel. Ein grosser, breiter Fluss, der sich durch die Stadt zieht. Ausserdem Kultur, Kunst, Mode, Musik.

Ich glaube, hier könnte es mir gefallen.

Sonntag, 25. April 2010

Niqab Count: 15

Es ist wirklich unglaublich. Ich bin seit 11 Tagen in London und in diesen 11 Tagen sind mir irgendwas zwischen 10 und 15 Niqabis ueber den Weg gelaufen! Fast jeden Tag eine, an manchen Tagen zwei, gestern vier, heute wieder drei...

Und "Das wird wohl an dem Viertel liegen, in dem ihr euch da tummelt, Lotte" wird es nicht treffen, weil ich zwar bei jedem Einkauf im naechsten Supermarkt (mindestens) eine sehe, mir aber auch schon im Regent's Park insgesamt mindestens fuenf ueber den Weg gelaufen sind. Heute drei im Greenwich Park.

Das uebliche "Alles nur saudische Touristen" kann auch keine Erklaerung sein. Erstens waren das zum groessten Teil Pakistanisinderbangladeshis und zweitens sahen die aus, als kaemen sie von hier. Soweit man das eben aus der Distanz beurteilen kann.

Also: Gibt es wirklich so viele mehr Niqab tragende Frauen in Grossbritannien als in Deutschland und sogar Frankreich? Falls ja: warum? Hat es etwas mit den Bedingungen vor Ort zu tun (Londonistan etc.) oder liegt es daran, dass Pakistaner tendenziell einen anderen Islam leben als Maghrebiner (Frankreich) und Tuerken (Deutschland)? Oder was sonst ist das?

Samstag, 24. April 2010

Never Argue with a Woman who Reads

"One morning the husband returns after several hours of fishing and decides to take a nap. Although not familiar with the lake, the wife decides to take the boat out. She motors out a short distance, anchors, and reads her book.

Along comes a Game Warden in his boat. He pulls up alongside the woman and says, 'Good morning, Ma'am. What are you doing?'

- 'Reading a book,' she replies, (thinking, 'Isn't that obvious?')
- 'You're in a Restricted Fishing Area,' he informs her.
- 'I'm sorry, officer, but I'm not fishing. I'm reading.'
- 'Yes, but you have all the equipment. For all I know you could start at any
moment. I'll have to take you in and write you up.'
- 'For reading a book,' she replies.
- 'You're in a Restricted Fishing Area,' he informs her again,
- 'I'm sorry, officer, but I'm not fishing. I'm reading.'
- 'Yes, but you have all the equipment. For all I know you could start at any
moment. I'll have to take you in and write you up.'

- 'If you do that, I'll have to charge you with sexual assault,' says the woman.
- 'But I haven't even touched you,' says the game warden.
- 'That's true, but you have all the equipment. For all I know you could start at any moment.'

- 'Have a nice day ma'am,' he said and left.

MORAL: Never argue with a woman who reads. It's likely she can also think."

Freitag, 23. April 2010

Yoriyos

Yoriyos: Birds of Paradise (La Ilaha Il Allaha)

Hinter dem Künstlernamen "Yoriyos" steckt Yusuf Islams Sohn Muhammad.



Zum Lesen, Mitsingen, Nachdenken: der Text.

Donnerstag, 22. April 2010

Denken

"Denken ist das, was viele Leute zu tun glauben, wenn sie lediglich ihre Vorurteile neu ordnen."

William James

Mittwoch, 21. April 2010

London, Tag 8

London ist schön, gut, eine tolle Stadt, keine Frage, bla bla ... nur geht mir das Ausländersein auf den Geist.

Im Supermarkt stehe ich bestimmt ne halbe Stunde vor dem Gemüseregal, weil die unterschiedlichen Preisangaben fürs Kilo, das Pfund, pro so-und-so-viel Stück mich verwirren; insgesamt brauche ich bestimmt ne Stunde für den Einkauf, weil ich mehr oder weniger desorientiert durch die Regalreihen laufe und nicht finde, was ich suche. Die Münzen sind fremd, das Postleitzahlensystem auch, die Handyvorwahlen sowieso, ich sehe beim Über-die-Strasse-laufen regelmässig in die falsche Richtung und ob ich das Ticketentwertungssystem in der tube so richtig verstanden habe, bin ich mir auch nicht sicher. Ganz zu schweigen davon, ob ich den gerade angemessenen Grad an Höflichkeit in einer Frage, Erwiderung oder einem Kommentar habe mitschwingen lassen. Die Leute sehen anders aus - und auf so viele verschiedene Arten anders -, manche sprechen ganz komisch, und ich finde es wahnsinnig anstrengend, mir die alle ansehen zu müssen, zu überlegen, wie anders sie sind (und warum), wie sie es finden, hier zu sein (und warum), wie sie es bei mir fänden - würden sie das Gleiche denken?

Da fand ich es im Nahen Osten oder in Südasien manchmal weniger anstrengend. Da weiss man wenigstens von vorne herein, dass man in der Fremde ist. Oder liegt es daran, dass hier alles so geballt auftritt, in dieser riesen Stadt, in der einen ein paar Stationen mit der U-Bahn von Klein-Dhaka über Englisch-Braunschweig nach London-London-so-wie-es-im-Reiseführer steht führen? - Aber war das in Paris wirklich anders?

Oder bin ich es, die nach all den Jahren genug vom Reisen hat? Liegt es am Lieschen, mit dem alles ein bisschen umständlicher ist?

Ich weiss es auch nicht. Ich finde es nur gerade einfach ziemlich anstrengend, Fremder zu sein.

Dienstag, 20. April 2010

Mit fremden Augen

Wer selbst mal im Nahen Osten unterwegs war oder mit Nahostisten über Geschichte und Politik dieses Teils der Erde diskutiert hat, kennt es nur zu gut: die Gräben, die sich so oft auftun, wenn es um den Blick auf die Vergangenheit der Region geht.

Während Ariel-oder-auch-Yoav-der-Israeli die Shoah als Rechtfertigung für so ziemlich alles, was seine Regierung, die Armee, der Staat in der Region anrichtet, heranzieht, muss man sich von Mahmoud-oder-war-es-Rayyan-dem-Palästinenser die Frage anhören, ob das denn wirklich so schlimm war damals und ob man die Zahl von 6 Millionen überhaupt - den Rest spar ich mir. Oder 1948: Was bei den einen als Erreichen der Unabhängigkeit gefeiert wird, gilt bei den anderen als al-nakba, die Katastrophe.

Die Dinge unterschiedlich zu benennen, das allein wäre nicht das Problem. Das fehlende Bewusstsein über die unterschiedlichen Sichtweisen, das mangelnde Interesse und das daraus folgende mangelnde Verständnis für die Position des Anderen ist es.

Um gegen diese fehlende Empathie etwas zu tun, muss an verschiedenen Fronten gekämpft werden. Eine davon ist die Bildung. Und tatsächlich gibt es seit einigen Jahren Bestrebungen, an genau diesem Punkt anzusetzen, zum Beispiel auch durch die Erarbeitung eines Schulbuches, das parallel die jüdisch-israelische und die palästinensisch-arabische Sicht auf den Konflikt, der die Region seit Jahrzehnten beutelt, präsentiert. Das Buch ist vor einigen Jahren erschienen, seit 2009 liegt auch eine deutsche Übersetzung vor. (Frankreich und Deutschland haben sich an ein ähnliches Projekt gewagt, dass 2006 zum Abschluss kam.)

Dabei ist klar: Wenn die einen die Position der anderen verstehen, um ihre Ängste und Bedürfnisse und ihre Gefühle wissen, dann löst das noch keinen Konflikt. Aber: ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist getan. Das ist es, weshalb das Sehen mit fremden Augen so wichtig ist.

Montag, 19. April 2010

Sami Yusuf

Sami Yusuf: Hasbi Rabbi

Sami Yusuf, ein Brite mit aserbaidschanischen Wurzeln, ist neben Yusuf Islam der Vertreter des islamischen Pops. Er hat Fans unter Muslimen weltweit. Ich kenne sein Bild von Fernsehbildschirmen in Europa, dem Nahen Osten, Südasien; überall saßen sie mit der gleichen Begeisterung um das TV-Gerät. Selbst in "Alle Musik ist haram"-Diskussionen konnte ich sein Beispiel schon als Argument verwenden. Die fanden nämlich mit der Frage nach der Einordnung Sami Yusufs oft ein schnelles Ende: "Wie? Sami Yusuf? Nein, das ist natürlich in Ordnung!"

Hasbi Rabbi war einer seiner größten Erfolge.



Zum Lesen, Mitsingen, Nachdenken: der Text.

Sonntag, 18. April 2010

Unser Viertel

Wir wohnen in einem kleinen Reihenhaus aus rotbraunem Backstein. Die Waende sind so duenn, dass man den Zimmernachbarn husten hoert, warmes Wasser (nicht heisses, nicht eiskaltes) gibt es nur, wenn man eigenhaendig mischt, und die Haustuer wuerde in Deutschland hinsichtlich ihrer Stabilitaet und allgemeinen Beschaffenheit wohl eher als mittelgute Balkontuer durchgehen. In dem kleinen Hinterhof befinden sich drei Baracken, von denen sich in einer ein Klo befindet - nein, in der Zwischenzeit gibt es auch im Haus ein Bad mit Toilette.

Der kleine Vorgarten ist betoniert, Loewenzahn waechst zwischen den Betonplatten hervor und es sieht nicht so aus, als haette sich in den letzten Jahren irgendjemand darum gekuemmert. Vor der Tuer: eine knalllila Muelltonne, das macht was her vor dem Braungrau der Ziegelsteine.

Zu Fuss sind es zwei Minuten zur naechsten Einkaufsmoeglichkeit. Ein kleiner muslimischer Tante-Emma-(nein: Onkel-Mustafa-)Laden, ein Kiosk ("Eintritt fuer maximal zwei Kinder zur gleichen Zeit!"), ein Waschsalon, eine Kinderkrippe, ein Buero, bei dem nicht ganz klar ist, welche Dienstleistung dort angeboten wird, zwei, drei andere Laeden, deren Metallrollaeden ich noch nicht geoeffnet gesehen habe. Ein Schild, das auf Englisch und Hindi darauf hinweist, dass hier bitte kein Muell abgeladen werden soll.

Auf dem Weg die Strasse runter kommen mir eine suedasiatische Familie nach der anderen entgegen. Immer die Muetter, Grossmuetter, Tanten mit vielen Kindern. Ein paar Meter weiter eine Gruppe Jugendlicher, der links kommt garantiert aus Aethiopien - oder Eritrea. Mit meinem Kopftuch falle ich hier nicht weiter auf, haette ich eine etwas dunklere Hautfarbe, wuerde ich perfekt ins Bild passen: So sieht man mir die Lieselotte halt doch noch an.

Nicht, dass es hier keine "weissen" Englaender gaebe (wie ich es aus anderen Vierteln in London kenne), zwischen all den "Afrikaner" und "Asiaten" (sind ja eigentlich Briten, Punkt) taucht immer mal wieder ein blasser Unterschichtsenglaender auf und der Pub an der Ecke ist ihr Refugium: kein Schwarzkopf in Sicht. Anders in dem Supermarkt, in dem ich keine zehn Minuten, nachdem ich das Haus verlassen habe, angekommen bin: Hier wuerde ich Alice Schwarzer gerne mal herholen oder diesen Sarrazin oder irgendeinen anderen der ueblichen Verdaechtigen us Deutschland. Obwohl, Alice Schwarzer, die wuerde hier der Schlag treffen. Hier tragen sogar einige der Verkaeuferinnen Kopftuch. Passend zur Arbeitsuniform in den Farben des Supermarktes. Es gibt eine Halal-Fleisch-Theke. Und um die sieben Niqabis habe ich auch schon gesichtet. In vier Tagen! Die laufen hier sogar im Shalwar Khameez, der Nationaltracht Indiens und Pakistans, herum. Nur das es so viele Kinder gibt, Maedchen, die man hier mit Kopftuch auf der Strasse sieht, das gefaellt mir nicht.

Samstag, 17. April 2010

Fredrik Vahle

Fredrik Vahle: Der Rattenfänger

Eine moderne Version der alten Sage - mit erstaunlichem Ende!

Freitag, 16. April 2010

Der Prophet hat gesagt

"Allah sieht weder auf eure Körper noch auf euer Aussehen, sondern in eure Herzen (oder: in eure Herzen und Taten)."

Hadith überliefert nach Muslim

Mehr? Hier.

Donnerstag, 15. April 2010

Blog Blog Blog

Es gibt Leute, die setzen sich stundenlang vor ihre Computer, schreiben irgendwelche Texte über dieses, jenes, etwas anderes und stellen sie dann ins Netz. Das nennen sie dann "einen Blog". Hättet ihr gedacht, dass es andere gibt, die sich das, was die da geschrieben haben, so genau ansehen, dass sie darüber eine Abschlussarbeit an der Uni schreiben können?

Ja, soll es geben - und zwar an der Uni Erfurt bei Kai Hafez, der dort noch ne ganze Menge anderer toller Sachen macht.

Mittwoch, 14. April 2010

Go East!

In einer Woche beginnt in Wiesbaden das ost- und mitteleuropäische Filmfestival goEast, das Filmemachern aus 35 Ländern bis zum 28. April sieben Tage lang eine Bühne bieten wird. Das Festival, dessen geographisches Spektrum von Deutschlands Nachbarn Polen über den Kaukasus bis nach Zentralasien, vom Baltikum bis zum Balkan reicht, findet dieses Jahr zum zehnten Mal statt. 2001 fiel der Startschuss: Die Festivalbegründerinnen vom Deutschen Film-Institut in Frankfurt am Main stützten sich dabei auf eine Tradition des Hauses. Bis Ende der 1980er Jahre hatte das DIF regelmäßig Filmwochen mit Fokus auf Osteuropa organisiert. Dieses Festival aber sollte etwas anderes sein: statt das Andere nur vorzustellen, sollte ein "echter kultureller Dialog und Austausch initiiert werden – zwischen Regisseuren und Publikum generell, zwischen Nachwuchsregisseuren aus Ost und West (...), zwischen Historikern und Filmwissenschaftlern (...)." - Hört sich gut an? Das Festivalprogramm ist hier zu finden.

Dienstag, 13. April 2010

Abreise

All my bags are packed, I'm ready to go ... Bald (hoffentlich) Neues von der Insel!

Sonntag, 11. April 2010

An action plan for media and religious leaders

"A group of young journalists and religious leaders from Asia and Europe gathered at the 8th ASEF Journalists’ Colloquium in Madrid on 5-6 April 2010 to bridge the media-religion divide. They acknowledged that both journalists and religious leaders have not done enough to provide a holistic picture of various religions to broader publics. They concluded that only by investing in education and training programmes for young professionals could considerable knowledge gaps be bridged.

The news media should build their own knowledge of religion, recognising it as a specialised area of coverage, which requires the same depth and attentiveness that they traditionally give to politics and business. Media professionals should also be more creative and use more of the journalistic repertoire to cover religious issues, such as human-interest stories, features, opinion columns or interviews. The guidance on how to cover religion is essential and should be included in professional codes of ethics.

At the same time, religious communities must improve their understanding on how media work, in order to reach out to the public more effectively." More...

Freitag, 9. April 2010

The Muslim Jewish Conference

"For most of the Jewish and Muslim youth, opinions are based upon stereotypes and prejudices dispersed both by the media and the societies surrounding them. There is a considerable lack of motivation in recognizing and understanding the wishes, fears, problems, and hopes of their communities.

MJC - the Muslim Jewish Conference aims to go beyond the borders of our dogmas and to establish an institutionalized, student-driven, multi-cultural and multi-religious dialogue contributing to a peacefully globalized world. The main agenda of the conference is not a political, nor is it a debate upon the validity of our religions, rather it is an interdisciplinary exchange based on mutual respect and tolerance where differences are acknowledged and moved beyond.

Topics of the Conference 2010

The conference will be split into 3 thematic committees, the participants may attend:

1. Islamophobia and Anti-Semitism
2. Education
3. The Role of Media

The initiative offers a platform for discussion and networking about and between Jewish and Muslim communities, and tries to identify future needs, challenges and opportunities to find shared positions and recommendations for the challenges that lie ahead of us. As such, the MJC is a dialogue and leadership project that targets the leaders of tomorrow from economic, academic and political sectors.

The participants represent a new generation of thinkers, doers and allies, who are connected by their faith in the possibility of a new era of cooperation. This conference will be our first step towards forging a link between possibility and reality and actively shape our future.

The MJC is not only supported by the United Nations Alliance of Civilization but also by the Austrian Ministry for Foreign Affairs and various NGOs and individuals that share ideas of intercultural dialogue and peaceful coexistence.

We invite you to find more information regarding conference details, 2010 topics and registration requirements on our homepage: www.MJConference.org"

Donnerstag, 8. April 2010

Reise nach ... Jerusalem / London / Afrika

Seit neustem gibt es auf tagesschau.de einen Videoblog über Afrika. Die Korrespondenten der ARD vor Ort sollen dort immer mal wieder "über das Leben auf dem Kontinent", wie es auf der Seite heißt, berichten. In der ersten Folge berichtet Peter Schreiber vom WDR über ein christliches Pilgerfest im äthiopischen Hochland. Einige der Bilder haben mir nicht gefallen, z.B. die Szene, in der er neben einer jungen Frau steht, die Getreide stampft und das in Expertenmanier kommentiert ... aber gut.

Den UK-Videoblog von der NDR-Korrespondentin Annette Dittert habe ich mir ein paar mal angesehen - er ist ganz amüsant, auch wenn mir die Art, wie man durch den Clip geführt wird, etwas zu hektisch ist. Die Themen sind vielfältig, mal wird über einen verwucherten Friedhof mitten in London berichtet, dann über eines der kleinsten Puppen- und Marionettentheater Englands, aber auch über die Stimmung im Land nur ein paar Wochen vor der bevorstehenden Parlamentswahl: Eine bunte Mischung also und eine nette Möglichkeit, eine ganze Menge von Eindrücken nicht nur der britischen Haupstadt sondern des ganzen Landes zu bekommen. Ob die Afrika-Videoblogger das wohl auch so hinbekommen?

(Oh, und einen Israel-Palästina-Videoblog von Richard C. Schneider (das ist der, den man in der Tagesschau immer aus Tel Aviv über die Lage in Ramallahhebrongazanablus berichten sieht) haben sie auch, das wusste ich gar nicht. Kennt den jemand?)

Mittwoch, 7. April 2010

Internationales Frauenfilmfestival

In einer Woche würde sich ein Ausflug ins Ruhrgebiet lohnen: Vom 14. bis 18. April findet dort in Köln das Internationale Frauenfilmfestival statt. Das Festival in seiner heutigen Form entstand in den 1980ern, als die Veranstaltungen Feminale und femme totale fusionierten. Dieses Jahr liegt der Fokus auf dem Balkan. Neben der Vorführung von 109 Filmen aus 30 Ländern finden Diskussionen, Workshops und Fortbildungsangebote statt. Zum Beispiel zum Thema: "Der Dreh mit dem Kind", wo europäische Filmemacherinnen zwischen 35 und 70 Jahren über ihre Erfahrungen als Filmproduzentin und Mutter berichten.

Dienstag, 6. April 2010

Montag, 5. April 2010

Ostern

... feiern sie woanders ganz anders.

So zum Beispiel in Pakistan, im Sudan, in Palästina, in Gaza, in Syrien, in Ägypten, im Libanon, in Bosnien-Herzegovina, im Irak, im Kosovo, in der Türkei.

Sonntag, 4. April 2010

Hijab, Niqab - warum?

Seit einigen Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, diskutiert Europa immer mal wieder über die Kopfbedeckung muslimischer Frauen. Dabei fehlt es nicht an denen, die zu wissen glauben, was die Muslimin unter dem Kopftuch denkt, was sie dazu bewegt, es zu tragen. Selten findet man in den Medien mal einen etwas ausführlicheren Hintergrundbericht darüber, weshalb Frauen in Westeuropa sich dafür entscheiden, Hijab zu tragen. Während der Diskussion über die "Burka" war es sogar noch schlimmer: Ich habe kein einziges Interview mit einer Niqab-Trägerin gelesen, keinen einzigen Hintergrundbericht gesehen. Was aber bringt eine Diskussion über die Vollverschleierung und darüber, welchen Platz man ihr in unserer Gesellschaft zugestehen sollte, wenn man mit allen möglichen Leuten über das Thema spricht - nur nicht mit denen, die tatsächlich direkt betroffen sind? Sollte man wirklich nur aufgrund einer nicht überprüften Vermutung ("die sind unterdrückt / radikal / eine Gefahr für unsere Demokratie") ein Urteil fällen?

Ich denke, nein.

Andererseits gibt es kaum die Möglichkeit, sich in Deutschland wirklich einmal mit einer vollverschleierten Muslima auszutauschen - wer kennt denn schon eine? Mir ist in Deutschland in fast zehn Jahren Muslimsein nur eine begegnet. Deshalb hier der Link zu einer Seite mit Berichten Niqab tragender Frauen, die erzählen, wie sie dazu kamen, Niqab zu tragen und was sich seitdem für sie geändert hat. (Dabei scheint es mir angebracht, darauf hinzuweisen, dass Lieselotte selbst nicht besonders viel von der Vollverschleierung hält und auch nicht glaubt, dass der Niqab Pflicht ist. Dennoch: Eine Stimme geben sollte man auch diesen Frauen.) Und weil wir, wie gesagt, das Problem - wenn auch in abgeschwächter Form - auch in Bezug auf Hijabträgerinnen haben, hier auch der Bericht einer jungen britischen Muslima, die sich vor einigen Jahren für das Tragen des Kopftuches entschieden hat:

Samstag, 3. April 2010

Vom Deutschsein

Extrem genervt haben mich früher - in der Schule, auf dem Gymnasium, während der letzten Schuljahre - die, die dann irgendwann immer mal wieder meinten, wie ätzend doch Deutschland wäre, dass sie doch viel lieber in Spanienitalienportugal leben würde, weil dort alles viel lockerer und unkomplizierter sei, da tanzten die Leute auf den Straßen, und hier in Deutschland würde es immer nur regnen und alle nörgelten nur. Nörgelten sie.

Und ich war genervt, weil mir die Begeisterung für Länder, die man höchstens aus dem Urlaub kannte, doch ein wenig zu plakativ und oberflächlich vorkam, weil sich da über etwas beschwert wurde, was man selbst noch nicht hinter sich hatte, und weil ich es hier eigentlich ganz okay fand. Es störte sie, dass hier keiner auf den Straßen tanzte? Ja, sollten sie doch auf den Straßen tanzen!

Deswegen habe ich mich in dem Text von Philipp Kohlhöfer zum Deutschsein in der Fremde (hier: in London), der ein Auszug aus seinem Buch "Grillsaison" ist, teilweise wiedergefunden. Wohl gemerkt: teilweise (lese und verstehe...).

Freitag, 2. April 2010

Keine Burka in Belgien

Jetzt ist es erwiesen: Der Burka-Wahn ist ansteckend!

Nach Frankreich hört man nun auch aus Belgien das Säbelrasseln: der Gesetzesvorschlag zur Verhüllung des Gesichts in der Öffentlichkeit ist in der ersten Instanz angenommen worden und soll im April dem Parlament vorgelegt werden.

Mensch, wenn das so schnell geht bei den Belgiern, dann muss das Land ja bedroht sein von Horden an Niqab tragenden Frauen! Massen von Musliminnen müssen da unterwegs sein!, schwarz gekleidet!!, fundamentalistisch gestimmt!!!, die belgische Demokratie ist bedroht von -

Was?

Was sagen Sie?
"Dabei ist die Debatte so hitzig, dass kaum jemand auf die Realitäten in Belgien schaut. Im Alltagsleben sind Frauen in Burka praktisch nie auf den Straßen anzutreffen." (ebd.)
Wie?

Achso...

Äh.

Na ja...

Donnerstag, 1. April 2010

Nach den Anschlägen

Noch am Tag der Anschläge: Die ersten anti-muslimischen Ausschreitungen in Moskau.

Ich kann die Wut nachvollziehen, aber - Solche Berichte machen Angst. Und mir fällt dann immer dieser Nachmittag im Juli ein, als ich auf dem Weg zur Uni war, eh schon schlecht drauf, weil ich eben im Radio von den Attentaten in London gehört hatte, und es nicht fassen konnte, und dann steht da dieser fette Mann auf der Straße, schaut mir hinterher und brüllt: "Scheißterroristin". Das war der Tag, an dem ich dann irgendwann zusammengebrochen bin, weil ich Freunde in London habe, und allein der Gedanke, dass dieser Anschlag auch sie hätte treffen können, zu viel war.

Ein Selbstmordattentäter, der sich in London im Bus, in Paris in der Metro, in Madrid im Vorortzug, auf Israels Straßen, Bagdads Plätzen in die Luft sprengt, macht keinen Unterschied zwischen dem, der Moslem ist und dem, der nicht. Angreifen tut er sie alle. Und Angst habe ich auch.

Und wenn es in einem Artikel heißt, "Muslim-looking men" seien nach den Anschlägen von wütenden Moskauern angegriffen worden, frage ich mich, wie er denn aussieht, der Moslem? So, so oder so?

Eine meiner Lehrerinnen hat mir mal erzählt, dass sie auf der Straße von Kindern beschimpft wurde, die dachten, sie sei eine "Zigeunerin! dreckige Zigeunerin! hätten sie dich doch vergast!", und sie war zu baff, um zu antworten, dass sie gar keine "Zigeunerin" war.