Mittwoch, 31. März 2010

Englische Verhältnisse?


Anfang 2010, irgendwo in einer Kleinstadt im Osten der Republik.


Bilder: Harald (danke!)

Dienstag, 30. März 2010

Terror

Anschläge in Moskau mit um die 40 Toten, noch viel mehr Verletzten und ich-möchte-nicht-wissen-wievielen Traumatisierten. Anschläge in Moskau, mal wieder, und ich frage mich, was es braucht, bis ein Staatschef versteht, dass man keine Terroranschläge stoppt, indem man den Feind "vernichtet"; überlege, ob man solche Bilder wirklich zeigen muss; kann mir gut vorstellen, dass es diesen Frauen, die so viele andere mit in den Tod rissen, ähnlich ergangen ist wie Sarema und ihren Freundinnen. Aber wer weiß das schon.

Montag, 29. März 2010

Kulturwochen Mittlerer Osten

In Deutschland an Informationen über die arabische Welt, Israel und den Iran zu kommen, ist nicht immer leicht. Zwar wird in den Medien viel über die Region berichtet, dabei liegt der Fokus aber oft vor allem auf Kriegen und Krisen, als bestünde das Leben zwischen Ägypten und dem Irak nur aus Bomben, Terror und Gewalt. Nach Artikeln oder Reportagen, die so sachbezogen und umfassend berichten, wie man es sich wünschen würde, muss man meist suchen.

Eine Veranstaltungsreihe wie die Kulturwochen Mittlerer Osten, die vom 5. bis 28. April in Hamburg stattfindet, ist deshalb eine tolle Idee: Über drei Wochen gibt es die Möglichkeit, Filmvorführungen, Vorträge, Diskussionsrunden, Fotoausstellungen, Moscheeführungen und Konzerte zu besuchen. Den Veranstaltern geht es dabei darum zu zeigen, wie "reich und vielfältig der Mittlere Osten ist - arabisch, syrisch-aramäisch und armenisch, jüdisch, christlich und islamisch". Organisiert werden die Kulturwochen vom Asien-Afrika-Institut der Universität Hamburg, vom Museum für Völkerkunde Hamburg und der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche.

Bleibt nur die Frage, warum keine jüdischen oder muslimischen Organisationen zu den Veranstaltern gehören.

Sonntag, 28. März 2010

Racism

"Jean-Paul Sartre once said that we are all racists. The difference, he declared, is between those who recognize this and struggle against their racism, and those who surrender to it."

Uri Avnery

Freitag, 26. März 2010

Donnerstag, 25. März 2010

Letztens gelesen (03)

Erich Fried: Die bunten Getüme. Siebzig Gedichte. Berlin: Klaus Wagenbach, 1977.

Erich Fried finde ich schon lange gut. Kennen gelernt habe ich ihn als Autoren der Gedichtsammlung "Höre Israel", in der er sich kritisch mit dem Nahostkonflikt, dem Selbstverständnis Israels und seinem eigenen Jüdischsein auseinandersetzt. Später erst bin ich auf seine Liebesgedichte gestoßen und habe gesehen, dass er auch ganz unpolitisch schreiben kann.

Auf dem Wühltisch mit den aussortierten Büchern unserer Bücherei habe ich dann vor ein paar Tagen zwei Uraltausgaben mit Gedichten von Fried entdeckt. "Die bunten Getüme", das offenbar vor einigen Jahren neu aufgelegt wurde, ist eine Mischung aus Gedichten zu ganz verschiedenen Themen: lustig, nachdenklich, politisch, literarisch; nicht mit allen kann ich etwas anfangen, aber es ist von fast allem etwas dabei.

Meine Favoriten sind die Gedichte "Der Mausefall", "Verstandsaufnahme" und "Das Tor zum Gesetz". Außerdem dieses hier:
Guter Vorsatz

Ich habe es satt
ich habe zuviel geschrieben
Ich will nur noch schreiben
was man nicht schreiben darf
Aber es ist nicht genug
wenn mir die Herrschenden sagen
man darf das nicht schreiben
denn die sagen zu oft man darf nicht

Nein ich muß auch
meine Genossen fragen
diese und jene
die miteinander gar nicht mehr sprechen

Erst wenn auch die mir sagen
man darf das nicht schreiben
kann ich beginnen zu wissen
daß ich es schreiben muß
Solche Gedichte sind es, für die ich den Dichter Erich Fried liebe.

Dienstag, 23. März 2010

Umzingelt

Stunden auf dem Spielplatz zwischen Kleinkindern zu verbringen ist langweilig. Stunden auf dem Spielplatz zwischen Kleinkindern und ihren Müttern zu verbringen ist nervtötend. Du bist - mit Kind im Schlepptau - gerade angekommen und hast dich mit strategisch günstigem Blick auf dein im Sandkasten spielendes Kind auf einer der Parkbänke platziert, da geht es schon los: Rechts von dir schnattern zwei Mamis über ihre Halbtagsjobs, die Erziehungskonzepte in ihrer Grundschule der Wahl, das letzte Fotoshooting ihrer Sprößlinge, die sie dafür bei dieser oder jener Agentur angemeldet haben, den letztem Klatsch vom letzten Elternabend des bilingualen Kindergartens um die Ecke. - Und das alles in einer Lautstärke, dass du dem Inhalt der Gespräche bei bestem Willen nicht entkommen kannst. In dem Buch, dass du dir voller Vorfreude mit nach draußen genommen hattest, kommst du sowieso nicht weiter.

Du wirfst einen verzweifelten Blick in die andere Richtung, wo sich zwei schick gekleidete Mittvierziger-Mamis über Schlafgewohnheiten, Stuhlkonsistenz und Saugbedürfnis ihrer Neugeborenen austauschen: Babymüttergespräche sind nicht wirklich besser als Kleinkindmamaunterhaltungen. Ein Blick in die Runde zeigt dir, dass du keine andere Wahl hast: In Hörweite jeder der Sitzmöglichkeiten in Sichtweite des Sandkastens, wo schließlich dein Schätzchen hockt, schnattern mindestens zwei Muttis, bisweilen auch Vatis.

Mit einem Seufzer packst du dein Buch ein. Und nimmst dir vor, beim nächsten Mal auch mit einer Freundin zu kommen. Mit Ohrstöpseln. Einem Walkman...

Montag, 22. März 2010

Mein liebster ...

... Qur'an-Vers ist dieser hier:
"In der Schöpfung der Himmel und der Erde; im Unterschied (auch: in der Aufeinanderfolge von Nacht und Tag) von Nacht und Tag; in den Schiffen, die das Meer befahren mit dem, was den Menschen nützt; darin, dass Allah Wasser vom Himmel herabkommen lässt, und damit dann die Erde nach ihrem Tod wieder lebendig macht und auf ihr allerlei Tiere sich ausbreiten lässt; und im Wechsel der Winde und der Wolken, die zwischen Himmel und Erde dienstbar gemacht sind, sind wahrlich Zeichen für Leute, die begreifen."
Qur'an 2:164 (Bin mir allerdings nicht sicher, welche Uebersetzung das ist.)

Sonntag, 21. März 2010

Begegnung in Sharpeville

21. März 1960: Vor 50 Jahren erschossen Polizisten im südafrikanischen Ort Sharpeville 69 Schwarze, die gewaltlos für ihre Rechte demonstrierten. In einem Zeitzeugenbericht auf Spiegel Online erzählt Björn Pätzoldt von seinem Besuch in Sharpeville fünf Jahre nach dem Massaker.

Selber machen

Bei Kübra habe ich den Link zu einer Anleitung zum Verschwörungstheorien-Basteln gefunden: So mancher Muslim hat ja einen Hang zu Verschwörungsszenarien à la "9/11 was an inside job", "der Mossad war's" und "USAma Bin Laden"..., deshalb gehört dieses Gimmick natürlich auch auf Lieselottes Seite. Also: 6 Elements Every Conspiracy Theory Needs.

Samstag, 20. März 2010

Islamkonferenz und kein Ende

Die Debatte um die Neubesetzung der Islamkonferenz zieht sich nun ja bereits seit einer ganzen Weile hin. Zur Erinnerung: Necla Kelek ist draußen, aber auch Navid Kermani und so manches andere Einzelmitglied. Der Islamrat soll ausgeschlossen werden - weil gegen die größte Organisation innerhalb des Dachverbands Ermittlungen laufen. Es wird spekuliert darüber, ob dies nicht nur ein Vorwand ist, um ein unbequemes - weil als zu radikal erscheinendes - Mitglied der Konferenz loszuwerden.

Zu dieser Frage meldet sich auch Necla Kelek zu Wort. In der FAZ vom 16. März darf sie den islamischen Verbänden und ihren Vertretern eine Politik der zwei Gesichter unterstellen, ihre angebliche Hinhaltetaktik-Machtspielchen-Blockadehaltung-Integrationsverweigerung-
klandestine-Interessen-Missbrauch-des-deutschen-Rechtsstaates-habe-ich-was-vergessen? anprangern, ohne dabei zu versäumen, eine Verbindung zu den Muslimbrüdern in Ägypten (ganz, ganz böse, weil sehr fundamentalistisch) herzustellen und nebenbei noch einen rassistischen Spruch unterbringen (ja, man kann auch als Türkin rassistisch sein! Necla Kelek ist dafür ein wunderbares Beispiel). Auch die angeblich fehlende Akzeptanz der Autorität des Innenministers wird bemängelt (weil man Entscheidungen von oben grundsätzlich nicht in Frage stellt - oder wie darf ich das verstehen, Frau Kelek?). Letztendlich folgten die islamischen Verbände in Deutschland ausschließlich einer "globalen Islamstrategie" (hängt nämlich alles zusammen, na klar, habt ihr das nicht gewusst: der Islamrat, Milli Görüs, die Muslimbrüder, Ahmadinedjad, Bin Laden, Nasrallah, die Sauerland-Gruppe, Taliban in Afghanistan, Frauensteiniger in Somalia; der Ali von nebenan, der seine Frau schlägt - alles eine Soße). Necla Kelek hätte da lieber einen "zeitgemäßen Islam" - was sie damit wohl meint...?

Es könnte zum Verzweifeln sein, gäbe es nicht auch prominente Gegenstimmen. Zum Beispiel die Navid Kermanis. In seinem Interview in der Frankfurter Rundschau vom 18. März macht er deutlich, dass es auch ohne Verleumdungen und Verdrehungen geht und analysiert stattdessen die Situation so tiefgehend, wie es die Sachlage eben erfordert.

Freitag, 19. März 2010

Vier Jahre

Heute ist der 19. Maerz und Murat Kurnaz wird 28 Jahre alt. Er ist damit nur unwesentlich aelter als ich.

Murat Kurnaz, erinnert ihr euch? Das war der, der mal so aussah wie die Jungs hier bei uns um die Ecke, dann fuer ueber vier Jahre in einem US-amerikanischen Terroristencamp verschwand, mit diesem riesen Taliban-Bart wiederkam; der Bart ist in der Zwischenzeit weg, aber wie vorher sieht der Mann, der ihn trug, trotzdem nicht mehr aus. Murat Kurnaz, das ist der, der auszog, um ueber den Islam zu lernen, von Pakistanis an die US-Armee verkauft und nach Guantanamo geschickt wurde. Ueber 4 Jahre Folter, Isolationshaft, Misshandlung. Er wurde festgenommen, kurz bevor ich Abi gemacht habe und wieder freigelassen, als ich mit dem Studium fast fertig war. Ob er in der Haft tatsaechlich von deutschen KSK-Kraeften, die ihn zum Verhoer besuchten, misshandelt wurde, wie er es angab, ist ungeklaert, dass seine Unschuld sowohl deutschen als auch US-amerikanischen Stellen schon 2002 bekannt und er trotzdem weiter festgehalten wurde, ist erwiesen. Ueber vier Jahre ohne Anklage, ohne Prozess, ohne Rechtsbeistand. 2002 haetten die Amerikaner ihn laufen lassen, wenn Deutschland sich zur Aufnahme bereit erklaert hatte. Deutschland wollte nicht.

Frank-Walter Steinmeiner stand deswegen vor einem Untersuchungsausschuss und hat es geschafft, sich rauszureden. Das ist jetzt schon eine Weile her, und man hoert selten noch etwas von Murat Kurnaz, dabei lebt er in Bremen, in Deutschland, wie einer von uns - bloss, dass ihm vier Jahre fehlen.

Vier Jahre sind es. Vier Jahre hat er zu wenig, vier Jahre zu viel.

Donnerstag, 18. März 2010

Von der Bedeutung der Bilder

In der Frankfurter Rundschau ist vor ein paar Tagen ein Interview mit der Britin Sarah Wood erschienen, die einen Experimentalfilm ueber den Verlust des palaestinensischen Filmarchivs drehte. "For Cultural Purposes" ist ein Film ueber die Bedeutung des Kinos und seiner Bilder fuer die kulturelle Identitaet und kollektive Erinnerung eines Volks - und was es bedeuten kann, ohne sie auskommen zu muessen. Das Interview mit Sarah Wood findet sich hier (und eins auf Englisch hier). Fuer Eilige hat Lieselotte einige der zentralen Zitate aus dem FR-Interview rausgesucht:
"Die Palästinensische Filmkooperative gründete ihr Archiv 1976, das 1982 während der Belagerung von Beirut verloren ging. Ich wollte wissen, was es heißt, wenn eine ganze Epoche der Filmgeschichte, eine ganze Kultur der Repräsentation auf einmal zerstört wird."

"Die kollektive palästinensische Erfahrung wird bis heute durch fremde Repräsentationen wie die Nachrichtenbilder internationaler Agenturen beherrscht."

"Die Wahrheit ist: Filme gehen leicht verloren. Sie sind ein empfindliches Medium. Und im Verlust des palästinensischen Filmarchivs spiegelt sich dazu die noch große Tragödie des palästinensischen Volkes, das so viel mehr verloren hat als seine Selbstrepräsentation."

Mittwoch, 17. März 2010

Yusuf Islam

Yusuf Islam: Peace Train

Weil's so schön ist, gleich dreimal:

Eins, zwei ...



... drei



Zum Lesen, Mitsingen, Nachdenken: der Text.

Dienstag, 16. März 2010

Letztens gelesen (2)

Wolfgang Koydl: Fish and Fritz. Als Deutscher auf der Insel. Berlin: Ullstein, 2009.

In Vorbereitung eines bevorstehenden Auslandsaufenthalts las ich kuerzlich Fish and Fritz von Wolfgang Koydl, der darin von seinem Alltag als Auslandskorrespondent fuer die Sueddeutsche in London berichtet. En passant und in einem sehr kurzweiligen Schreibstil deckt er dabei eine ganze Reihe von Themen ab, die hier und da in kleinen Anekdoten und Alltagsberichten auftauchen. Unterschiede zwischen Ober-, Mittel- und Unterschicht, englische Kueche und Esskultur, welcher Leser auf der Insel hinter welcher Zeitung zu vermuten ist, die Institution des five o'clock tea, Londoner Stadtplanung, die sprichwoertliche britische Hoeflichkeit, das Bild des Deutschen, beliebte Ferienorte, den beruehmten Sinn fuer Humor - zu alldem hat der Autor etwas zu sagen.

Dabei geht er auch auf regionale Unterschiede innerhalb des Koenigreiches ein und kann, weil er bereits in den 1970ern in London lebte, auch Aussagen ueber Veraenderungen in den letzten Jahrzehnten machen. Da seine Frau in der Sowjetunion gross geworden ist und die letzte Auslandsstation der Familie die USA waren, ist es auch nicht einfach nur eine deutsche Sicht auf Grossbritannien, die Wolfgang Koydl liefert, sondern es fliessen noch eine ganze Menge anderer kultureller Vergleichsgroessen mit in seine Erzaehlungen hinein.

Den roten Faden stellen dabei seine Versuche dar, mit der Queen, fuer die er schon einmal einen Nachruf schreiben soll, Kontakt aufzunehmen. Das staendige Zurueckkommen auf diesen Handlungsrahmen wirkt jedoch schon bald etwas sehr konstruiert. Dass der Autor sich bei dem Versuch, witzig oder kreativ oder wie-eigentlich-bitteschoen zu klingen, bei der Formulierung seiner Saetze teilweise etwas sehr aus dem Fenster lehnt, ist schade. Einen Satzbeginn wie„Die dreistöckige Fassade, die in einem Farbton gehalten war, der an erbrochene Pommes mit Lagerbier erinnerte …“ braucht schliesslich kein Mensch, und Stellen, an denen man beim Lesen laut auflacht, gaebe es auch so genug - nur eben, wie es auch sein sollte, wegen des Inhalts und nicht aufgrund der ungeglueckten Formulierung.

Letztendlich fehlt mir in dem Buch der Hinweis darauf, dass Grossbritannien laengst nicht mehr nur fish and chips und five o'clock tea ist, sondern inzwischen auch kebab, kofta und Kalamaris ihren festen Platz auf der Insel haben.

Sonntag, 14. März 2010

Letztens ... in der Moschee

Ich war seit einer Weile nicht mehr in der Moschee. Ich war seit einer Weile nicht mehr in der Moschee, weil ich in der letzten Zeit viel zu tun hatte mit unserem Umzug, weil es mit dem Lieschen umstaendlicher ist als ohne, weil ich mit unserem Kinderwagen nicht in die U-Bahn komme - und zum Laufen ist es zu weit. Weil ich genauso gut zu Hause beten kann.

Eigentlich war ich seit einer Weile nicht mehr in der Moschee, weil sich dort in den letzten Monaten einige unschoene Erlebnisse angehaeuft haben.

(1) Es ist Herbst, der Beginn der Erkaeltungszeit, ausserdem geht gerade die Schweinegrippepanik um, und ich beschliesse, dass das letzte, was das Lieschen und ich jetzt brauchen, eine Erkaeltung ist. Ich gehe also, was Begruessungskuesschen und -umarmungen angeht, etwas auf Abstand und bitte darum auch in der Moschee. Alles ist in Ordnung, bis mich eine entfernte Bekannte dort vor versammelter Mannschaft anraunzt, das sei jetzt aber "unislamisch", sich zur Begruessung nicht kuessen zu lassen wollen. Ich bin so baff, dass mir keine Erwiderung einfaellt.

(2) Wir verlassen die Moschee, gleich hinter uns kommen zwei Musliminnen, die eben auch gebetet haben. Ploetzlich meint die eine, jemanden rufen gehoert zu haben. Sie laeuft zurueck zum Eingang der Moschee, sieht niemanden und ruft: "Hallo?", worauf ihre Freundin sie darauf hinweist, dass "hallo" sagen unislamisch waere ... achso! - (Das Maedchen ruft daraufhin allen Ernstes ein "hallo? salam alaikum?" in die Eingangshalle.)

(3) Wir stehen in der Moschee, schon in Reihen, gleich soll das Gemeinschaftsgebet beginnen. Eines der Maedchen vor uns dreht sich um und schreit uns fast entgegen: "Die Fuesse! Die Fuesse!!" Weder das Maedchen neben mir noch ich verstehen, was sie von uns will. Sie schreit wieder: "Eure Fuesse! Die Fuesse muessen zusammen sein!" - Ja okay, Schwester, das haettest du auch in einem freundlicheren Ton sagen koennen! Das Ganze war umso peinlicher, als dass das Maedchen neben mir keine Muslima war, sondern aus Interesse am Islam vorbei gekommen war und sich mal ansehen wollte, wie es so in einer Moschee zugeht... Na toll!

Ich haette noch mehr Beispiele zu liefern, aber das hier soll schliesslich nicht zu lang werden und mit den drei Anekdoetchen sind meine ganz persoenlichen Favourites eigentlich auch schon abgedeckt.

Leute, was ist los mit euch? Ihr koennt ja kritisieren, aber ueberlegt euch doch bitte auch, wie ihr die Kritik rueberbringt! Bitte, denkt daran, dass solche Kommentare, die ja bestimmt erst einmal gut gemeint waren, letztendlich mehr Schlechtes als Gutes bewirken koennen. Ueberlegt euch, was ihr damit bei dem Anderen bewirkt. Ueberlegt euch, welches Bild der Muslime ihr uebermittelt: die, die ungeduldig sind, andere vorfuehren und die Fehler anderer herausstellen oder: die, die grosszuegig sind, gutmuetig und versuchen, andere nicht bloss zu stellen? Ausserdem hilft es, ueber Sachen zu sprechen, derer man sich sicher ist. Eine Verhaltensweise als "unislamisch" zu brandmarken, ist schon ziemlich starker Tobak. Bist du dir sicher, dass du weisst, von was du sprichst? Wie waere es, statt mal eben so ueber "Unislamisches" zu entscheiden, sich daran zu erinnern, was es heisst, sich "islamisch" zu verhalten, sich zum Beispiel darauf zu besinnen, wie sich der Prophet (sallallahu alaihi wa salam) in aehnlichen Situationen verhielt?

Der muslimische Comedian Baba Ali bringt in einem seiner Videoclips die Sache auf den Punkt (und erzaehlt dabei einen meiner Lieblingshadithe nach, dafuer aufpassen ab 3:16!):

Samstag, 13. März 2010

Nicht immer die Religion

Eines interessantes Interview zur Frage, inwiefern es in als "religioes" bezeichneten Konflikt tatsaechlich um die Religion geht, findet sich auf den Internetseiten des Deutschlandfunks: Ulrich Delius von der Gesellschaft fuer bedrohte Voelker erlaeutert dort anhand von christlich-islamischen Auseinandersetzungen, dass viele vermeintliche Glaubenskriege in Wirklichkeit Kaempfe um viel profanere Dinge wie Macht oder Ressourcen sind:
"(M)an (sollte) nicht jeden Konflikt, in dem Religion eine Rolle spielt, dann gleich als Glaubenskrieg darstellen, sondern man muss wirklich ausmachen, wo ist es die entscheidende, was ist letztlich das, was die Verfolgung ausmacht. Sind es ökologische Gründe, sind es soziale Gründe, sind es machtpolitische, wie sehr häufig? Immer wieder wird Religion eben instrumentalisiert, auch zur Verfolgung."

Freitag, 12. März 2010

Geld vom Amt

Lieselotte hat eine Schwester, das ist die Hannelore. Hannelore ist so ungefähr Mitte 20, sie hat eine Ausbildung als Veranstaltungskauffrau absolviert und danach keine feste Stelle gefunden. Seitdem bekommt sie Geld vom Amt und nachdem sie nun ein Kind erwartet, ist klar, dass es noch ein Weilchen dauern wird, bis sie wieder selbst für ihre Ausgaben aufkommen werden kann.

Hannelore geht nun also regelmäßig aufs Amt und ein bisschen unangenehm ist es ihr, sie hat nämlich Abi, eine abgeschlossene Ausbildung, spricht zwei Fremdsprachen, spielt Theater und liest regelmäßig den SPIEGEL, und das Bild, das sie von sich hat, stimmt nicht wirklich mit dem Bild vom Hartz IV-Empfänger, das so mancher hier zu haben scheint, überein. Andererseits weiß sie, dass es ihr Recht in diesem Land ist, in der Situation, in der sie sich befindet, grundlegend versorgt zu werden.

Was aber ist dann mit Sachbearbeitern, die einen behandeln, als täten sie einem persönlich einen Gefallen, nur weil sie ihre Arbeit erledigen? Die Druck ausüben und sich querstellen? Was ist mit dem Vermittler einer besichtigten Wohnung, der - auf die klaffenden Löcher in der Kachelwand der Küche hingewiesen - meint, jetzt stelle sie aber ganz schön hohe Ansprüche, sie wisse doch, dass es sich hier um eine Sozialwohnung handele? Und was ist mit einem Vizekanzler, der von anstrengungslosem Wohlstand, Dekadenz und Sozialismus spricht und den Leistungsgedanken bedroht sieht (wie jetzt, bei uns? In dieser Gesellschaft, wo Grundschüler Schulstress haben, Gymnasiasten sich wegen schlechter Noten mit Versagensängsten plagen und Studenten nervös werden, nur weil sie nicht in der Regelstudienzeit minus vier Semester abschließen?!)? Wieviele Hartz IV-Empfänger kennt der Mann persönlich? Weiß der, von was er spricht?

Hannelore kriegt Geld vom Amt, vielleicht noch ein Jahr lang, anderthalb Jahre oder auch zwei. Bis dahin schlägt sie sich weiter mit Sachbearbeitern, Fristen, Anträgen, Bewilligungen und was es da sonst noch alles gibt, herum. Davon, wie man auf diesem Amt oft behandelt wird, lässt sie sich nicht entmutigen, weil sie weiß, dass es weiter geht und ihre Zeit dort nur begrenzt ist: Sie hat eine Perspektive. Was aber ist mit denen, die diese nicht haben? Die wenig Geld haben, kaum eine Aussicht auf Veränderung und auf denen dann noch ein Herr Westerwelle verbal herumtrampeln darf? Wie kann es sein, dass jemand sein Recht in Anspruch nimmt und sich dafür dann von den eigenen Politikern - und nicht nur denen - beschimpfen lassen darf?

Donnerstag, 11. März 2010

Deutsche Religion

Auf dem Amt in der Grossstadt: Lieselotte hat das Lieschen auf dem Schoss und sitzt der Frau vom Amt gegenueber, die ihr ein das eben ausgefuellte Formular zur Ummeldung entgegen haelt.
Frau vom Amt: So, Frau Schwarzerschmidtschulze, dann schauen wir jetzt noch mal gemeinsam ueber das Formular. Das ist ihr Name: Lieselotte Schwarzerschmidtschulze, das Geburtsdatum, die neue Adresse, dann die Daten der ganzen Familie: ihr Mann, die Kleine. Religion: Sie haben keine deutsche Religion ...

Lieselotte: Äh ...


Frau vom Amt: Das heisst, Sie sind weder roemisch-katholisch noch protestantisch. Alles andere laeuft bei uns unter Verschiedenes, VD. Eigentlich gehts da ja nur um die Kirchensteuer, die muessen sie nicht bezahlen.
Keine deutsche Religion? VD, Verschiedenes? Hä?

Leute, wenn es wirklich nur um die Kirchensteuer geht, warum steht dann da nicht einfach "Kirchensteuerpflichtig, ja oder nein"?

Dienstag, 9. März 2010

Kinderspielplatz 2.0

Nachdem ich mit dem Lieschen diese Woche zum zweiten Mal einen ganzen Nachmittag im-Sandkasten-neben- dem-Klettergeruest-bei-den-Babyschaukeln verbracht habe, erklaere ich nun hiermit offiziell die Kinderspielplatzsaison 2010 fuer eroeffnet. Es kann also wieder wieder losgehen: Zwar hat sich das Lieschen am Sonntag beim Buddeln im Sand noch von der Kaelte taubenblau angelaufene Fingerchen geholt. Aber die Sonne hat schon geschienen, am Himmel war kein Woelkchen zu sehen und auf dem Weg in den Park bin ich an einem Beet von Krokussen vorbeigelaufen. Es kann also nicht mehr lange gehen.

Ab demnaechst tummeln sich also wieder kleine Plastikschaufeln, -rechen und -foermchen allzeit einsatzbereit im Einkaufsnetz des Lieschen-Buggys; finden sich Sandspuren auf dem Kuechenboden bei uns zu Hause; gibt es die Moeglichkeit, den Erziehungsversuchen von Deutschlands Muettern zuzusehen ("Nein, Jonas, wir schmeissen nicht mit Sand!" ... "Marlene, du Pupsnase, geh weg vom Wasser"!) und den irgendwo zwischen Kuriosum, Belanglosigkeit und Will-ich-nicht-hoeren pendelnden Sandkastenrandgespraechen der nicht-mehr-ganz-so-jungen Muetter und Vaeter (35 bis 45 Jahre ist so der Altersdurchschnitt der Eltern dort) lauschen zu muessen: "Also, die Mia, die macht jetzt nur noch einmal am Tag ihr Schlaefchen, das hat sie sich ganz alleine so angewoehnt, da mussten wir gar nicht nachhelfen. Ganz toll macht sie das!" - "Und der Timon, der braucht jetzt auch nachts sein Flaeschchen nicht mehr. Da haben wir nur drei Monate fuer gebraucht, um ihm das anzugewoehnen" ...

Man kriegt viel mit an so einem Nachmittag auf dem Spielplatz, ueber Kinder, Erziehung, Eltern, Paare, Grosseltern, Babysitter, verschiedene Windelgroessen, Kinderwagenmarken, Teilzeitarbeitsmoeglichkeiten, wie sich die Leute vorstellen, wie die Dinge sein muessten, und ueberhaupt ...

Montag, 8. März 2010

James Brown / Neneh Cherry

James Brown: It's a Man's Man's Man's World

Ein tolles Stueck, an dem nur der Text etwas stoert ...



... das muss auch der schwedischen Saengerin Neneh Cherry so gegangen sein, die 30 Jahre spaeter mit Woman konterte. Coverversionen von so stimmgewaltigen Klassikern wie eben auch It's a Man's World sind ja immer so eine Sache - aber Neneh Cherry kommt hier auch gesanglich an das Original heran:

Neneh Cherry: Woman



Zum Lesen, Mitsingen, Nachdenken: der Text.

Sonntag, 7. März 2010

Zwischen Mittelmeer und Jordan

So schoen koennte es sein, das Land zwischen Mittelmeer und Jordan, zwischen den Bergen im Norden und der Wueste und dem Meer im Sueden.

Es koennte so schoen sein, das Land.

Es koennte so schoen sein ohne Augen, die den Schmerz des Anderen nicht sehen wollen, Ohren, die fremde Geschichten nicht hoeren wollen und Muender, die immer nur wiederholen, was sie vorher schon sagten.

Es koennte so schoen sein, das Land, ohne Besatzung und ohne Unterdrueckung, ohne Krieg und Vertreibung, ohne unbemannte Drohnen und gezielte Raketenangriffe, ohne Selbstmordattentaeter und Verteidigungskraefte, die das Wort "Verteidigung" sehr weit auslegen.

Ohne Kinder, die sterben, Muetter, die weinen, Jugendliche, die aus Angst und nicht Bequemlichkeit lieber ein Taxi und nicht den Bus nehmen. Ohne Angst vor dem finalen Schlag, ohne Rassismus und Ausgrenzung, ohne die Vermischung von Religion und Politik auf so unlautere Art und Weise, ohne Doerfer, die es gab und nicht mehr gibt; ohne 18-Jaehrige, die Soldaten sind, 16-Jaehrige, die es gerne waeren, und 14-Jaehrige, die vom Heldentod traeumen, oder reden sie nur nach, was Aeltere vor ihnen sagten? Ohne Verwaltungshaft und minderjaehrige Haeftlinge, ohne entfuehrte Soldaten und junge Maenner (mit Gewehren in der Hand) gegen junge Maenner (mit Steinen in der Hand), ohne Sprengstoffguertel, Kopfschuesse, abgerissene Gliedmassen, ohne gefolterte Schwestern, vermisste Brueder, tote Maenner und gedemuetigte Vaeter, ohne Tod, Schmerz, Angst, rotes Blut auf grauem Asphalt, Schreie, die man nicht mehr los wird, den Geruch nach versengtem Fleisch und Haaren und eine mit Staub ueberzogene Kinderhand, die aus den Truemmern des Hauses, das dort mal stand, herausragt - eine Sekunde auf CNN, fuenfzehn auf Aljazeera.

(Israel) Es koennte (Palaestina) so schoen sein.

Samstag, 6. März 2010

Lieblingsblog (03)

Mein Lieblingsblog ist diesen Monat das Fremdwoerterbuch.

Schreiben tut dort Kübra, die zurzeit Studentin an der School of African and Oriental Studies in London und sonst in Hamburg ist. Thematisch geht es in ihrem Blog, wie die junge Autorin selbst schreibt, um "Politik, Gesellschaft, Islam, Medien, London, Uni, Filme, Kunst, Musik und Kultur". Hier kann man lesen, wie es sich als junge Kopftuchmuslima in Deutschland - und Grossbritannien - lebt und wie es sich anfuehlen kann, ein bisschen Tuerkisch, sehr Deutsch und ausserdem noch Muslimisch zu sein. Nur um Islam und Muslime geht es in diesem Blog aber nicht: es finden sich dort zum Beispiel auch Filmrezensionen oder Beschreibungen des Alltags in London, die mit Islam erst mal nichts zu tun haben.

Mir hat der Blog gleich gefallen, weil er ... einfach gut gemacht ist: gut geschrieben, nett gelayoutet, viele Bilder, die mehr als nur Urlaubsschnappschuesse sind, kurze Videos, Musikdateien. Man sieht, dass hinter der Seite ein kreativer Kopf steht, der sich Gedanken macht, der sich nicht nur mit relevanten Themen auseinandersetzt, sondern auch weiss, wie diese ansprechend zu verpacken sind.

Freitag, 5. März 2010

J'ai pas besoin de m'expliquer

Jamel Debbouze, franzoesischer Schauspieler und Komiker marokkanischer Herkunft, zur Debatte ueber die "nationale Identitaet Frankreichs" und die Burka: "Ich bin hier geboren, ich bin hier aufgewachsen, ich bin einer von hier. Ich muss mich nicht rechtfertigen".

Donnerstag, 4. März 2010

Erfolgreich

Im Radio hiess es heute, dass Modern Talking der erfolgreichste deutsche Musikimport aller Zeiten war. - Modern Talking. Der erfolgreichste. Deutsche. Musikimport.

Auweia.

Haare schneiden

Lieselotte war diese Woche beim Friseur.

Als Kopftuchtraegerin gestaltet sich das bisweilen etwas komplizierter als gewoehnlich. Ich weiss nicht, wie das andere Kopftuchmuslimas machen, aber es gibt in Deutschland nicht viele Friseursalons, in denen Frauen in separaten Raeumen die Haare geschnitten werden. Es soll ja schliesslich ein von aussen und fuer andere Kunden oder maennliche Angestellte uneinsehbarer Raum sein. Dementsprechend war ich sehr froh, diesen Salon gefunden zu haben. Um das Lieschen kuemmerte sich Alimustafa (denn ein Friseurbesuch will nicht nur als Kopftuchmuslima gut organisiert sein sondern auch als Kleinkindmama). Die Haare geschnitten hat mir schliesslich eine junge huebsche Frau mit langen, dunkelblonden Locken. Gesprochen hat sie dabei kein Wort, aber viel gelaechelt und kleine Gesten gemacht und als ich mich gerade an den Gedanken gewoehnt hatte, dass sie wohl taubstumm sein muss, stellte es sich heraus, dass sie sprechen konnte, aber eben kein Deutsch. Dafuer stand auch schon die naechste huebsche junge Frau neben mir, die meinte: "Und ich bin zum Uebersetzen da!" So erklaerte ich also der einen, wie ich es gerne haette, dass die andere schneiden wuerde. Dann schnitt die zweite.

Aus dem Kosovo kam sie, ich habe nachgefragt.

Mit Alimustafa war es uns bei dem gleichen Friseur einmal aehnlich gegangen. Ihm wurden die Haare geschnitten von einem jungen Mann aus der Tuerkei, dessen Deutsch- und Englischkenntnisse nicht der Rede waren, wahrend Alimustafa Englisch zwar spricht, aber dafuer - damals - in Deutsch genauso wenig firm war wie in Tuerkisch. So standen wir zu dritt um den auf dem Frisierstuhl sitzenden Alimustafa: Lieselotte, die auf Englisch aus Alimustafa herausbekam, wie er denn gerne seine Haare haette und die Info dann auf Deutsch an die junge Friseurin, die sich als Uebersetzerin angeboten hatte, weitergab. Die uebersetzte dann aus dem Deutschen ins Tuerkische, so dass der junge Friseur wusste, was zu tun war. Bei Rueckfragen ging das Ganze in umgekehrter Reihenfolge zurueck: Tuerkisch - Deutsch - Englisch.

Stille Post hiess das bei uns frueher. Die Frisur ist schliesslich, man koennte es anders erwarten, doch recht gut gelungen.

Our image of the Other

South Asian photography comes to east London

Mittwoch, 3. März 2010

Lieber ohne

Gerade gelesen: Die Islam-Konferenz wird fortgesetzt - das war schon laenger bekannt - und so wie es aussieht, sind Persoenlichkeiten wie Necla Kelek und Seyran Ates ab der naechsten Runde nicht mehr dabei. Ich halte das fuer eine sehr gute Entwicklung. Pluralitaet der Meinungen ist wichtig, aber weshalb die Islam-Konferenz auf muslimischer Seite neben den Vertretern der islamischen Verbaende vor allem auch aus Damen wie Frau Kelek bestand, war mir schon seit laengerem unklar. 

Schließlich sollte das doch eine Islamkonferenz sein, oder?, und keine Muslimkonferenz ... keine Deutsche-mit-muslimischem-Hintergrund-Konferenz ... keine Ja-auch-ich-habe-irgend-eine-Verbindung-zum-Islam-und-den-Muslimen-Konferenz. Mein Eindruck war, dass es Kelek und Co. in erster Linie darum ging, die Religion des Islams als solche zu diffamieren und die Konferenz als Kampfplatz gegen die "orthodoxen" Muslime zu nutzen. Das scheint nun auch "ganz oben" angekommen zu sein. Sehr gut.

Ob sie es tatsaechlich hinbekommen und sich zu den Herren Verbaenden, den zwei, drei Intellektuellen und dem Kelek-Ersatz ab der naechsten Sitzung auch die eine oder andere junge Kopftuchmuslima hinzugesellt?
.

Dienstag, 2. März 2010

Es muss geputzt werden

Telefongespraech, nachmittags. Alimustafa weilt noch in der Provinz, Lieselotte ist schon zurueck in der Grossstadt und hat die (ehemalige) Vermieterin am Apparat.
Vermieterin: "Wir sind mit der Wohnungsuebergabe jetzt fast fertig ..."
Lieselotte: "Okay."
Vermieterin: "Es ist eigentlich alles in Ordnung. Nur ... da sind diese Flecken auf dem Kuechenboden ..."
Lieselotte: "Aehm -"
Vermieterin: "... da muesste noch mal geputzt werden."
Lieselotte: "Ja. Okay."
Vermieterin: "Ich hab das ihrem Mann jetzt noch mal erklaert. Wir koennten das die Hausmeisterfirma machen lassen, die wuerden damit in zwei Stunden fertig sein."
Lieselotte: "Mhm."
Vermieterin: "Dann muessten Sie nicht noch mal extra deswegen anreisen ... ich geh jetzt ja mal davon aus, dass Sie als Frau das sonst machen wuerden."
Hä?

Was war denn das? Meint sie das Ernst? Und falls ja ... von welchem Stern stammt sie? Wo ist sie gross geworden? Und wie? - Ich war echt baff. Die Dame ist, wenn's hoch kommt, fuenf Jahre aelter als ich. Gerade geschnittene dunkle Jeans, schwarzer, gut sitzender Mantel, dezente Ohrringe, etwas aufgehellte Haare - sie sieht nicht aus wie ... wie ... wie jemand, von dem ich so einen Spruch erwarten wuerde.

Die Flecken jedenfalls gibt's nicht mehr. Alimustafa hat ihnen in 10 Minuetchen den Gar ausgemacht.

Religion und Terrorismus

Ein interessanter Artikel ueber eine Tagung zum Verhaeltnis von Religion und Terror ist gestern im Feuilleton der Frankfurter Rundschau erschienen. Dort liest man etwa:
"Schneckener (einer der Tagungsteilnehmer, Lieselotte) nannte als Beispiel die palästinensische Hamas. Als islamistische und paramilitärische Terrororganisation verfügt sie offenkundig über eine religiöse Perspektive: die Einrichtung eines Gottesstaates. Doch betätigt sie sich auch als administrative Kraft: Von der Müllabfuhr über die Gesundheitsversorgung bis zu Bildungseinrichtungen werden verschiedene säkulare Politikfelder bearbeitet. Und dass der "Märtyrertod" für hinterbliebene Angehörige des Selbstmordattentäters mit erheblichen Geldsummen "vergütet" wird, bedeutet in einer wirtschaftlich unterentwickelten Region einen ökonomischen Anreiz. Jenseitsverheißungen erscheinen da sekundär. Der Terror stellt vielmehr ein kosteneffizientes Mittel dar, einem politischen Anliegen Geltung zu verschaffen."
Und davon, dass auch ein Hamas-Anhaenger gegen die Prinzipien seiner Religion verstoesst, wenn er sich inmitten einer Gruppe israelischer Schulkinder in die Luft sprengt, war da jetzt noch gar nicht die Rede ...

Montag, 1. März 2010

Mustafa Abdul Basit

Mustafa Abdul Basit: Muhammad

Muslimischen Rap gibt es so einigen, auch in Deutschland. Die Qualitaet der Musikstuecke ist mal besser, mal weniger gut. Ein besonders gelungenes Beispiel ist in jedem Fall dieses hier, das - auch falls man keine Verbindung zur Religion des Islams hat - etwas ist. Mehr ueber Mustafa Abdul Basit ist auf der Seite MuslimHipHop zu finden.

Kind da, Job weg

Warum Muttersein fuer hochqualifizierte Frauen immer noch ein Problem ist